Die EU-OSHA veröffentlicht Aufrufe zur Interessenbekundung, um eine Liste bezahlter externer Sachverständiger (Einzelfachleute) zu erstellen.

Diese Sachverständigen können mit der Wahrnehmung spezifischer Aufgaben im Zusammenhang mit dem Thema der Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen beauftragt werden, indem sie die Tätigkeiten der EU-OSHA im Bereich Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz fachlich unterstützen.


Derzeit gibt es keine offenen Aufrufe zur Interessenbekundung.

Bleiben Sie auf dem Laufenden – in Kürze werden neue Möglichkeiten zur Verfügung stehen.

Alle für die Teilnahme an Vergabeverfahren erforderlichen Informationen werden entweder über Auftragsbekanntmachungen im Amtsblatt der Europäischen Union und/oder über das EU-Förder- und -Ausschreibungsportal bereitgestellt. Dieses Portal bietet einen uneingeschränkten, vollständigen und kostenlosen Direktzugang zu den Ausschreibungsunterlagen und ermöglicht die Verwaltung von Fragen und Antworten im Zusammenhang mit den Spezifikationen der Ausschreibung und dem Vergabeverfahren.

Bei der EU-OSHA führen wir zwei Arten von Vergabeverfahren durch:

  • Ausschreibungen: richten sich an Wirtschaftsteilnehmer:innen zur Erbringung bestimmter Dienstleistungen, Lieferungen oder Bauleistungen entsprechend den festgelegten Anforderungen der EU-OSHA.
  • Aufrufe zur Interessenbekundung: richten sich an Fachkräfte, die als externe Sachverständige mit der EU-OSHA zusammenarbeiten möchten.
Workers talking in recycling center

In einer neuen vorausschauenden Studie wird untersucht, wie sich der Klimawandel und Klimaschutzmaßnahmen in den nächsten 25 Jahren indirekt auf die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten auswirken könnten. Über unmittelbare Risiken wie Hitzebelastung hinaus liegt der Schwerpunkt der Studie auf längerfristigen Wandelsvorgängen und Störungen bei den Arbeitsbedingungen. Dabei wird aufgezeigt, wie zur angemessenen Reaktion politische Maßnahmen und Praktiken womöglich weiterentwickelt werden müssen.

Schwerpunkte der vorausschauenden Studie

  • Untersuchung der Frage, wie Maßnahmen und Praktiken im Bereich der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit weiterentwickelt werden müssen, um den Veränderungen gerecht zu werden, die durch den Klimawandel und damit verbundene Entwicklungen in der Arbeitswelt hervorgerufen werden.
  • Untersuchung über direkte klimabedingte Risiken (z. B. Hitzestress) hinaus und Fokus auf die Auswirkungen der Anpassung an die „neue Normalität“.
  • Ermittlung neuer Risiken für Beschäftigte, die sich aus der Veränderung von Arbeitsstätten, Arbeitszeiten, Expositionen, Materialien, Produktionsprozessen und Qualifikationsanforderungen ergeben.
  • Vermittlung von Einblicken, um politischen Entscheidungsträger:innen sowie Interessenträger:innen dabei zu helfen, neue Veränderungen und Umbrüche vorherzusehen und gleichzeitig die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten in den kommenden Jahrzehnten zu schützen.

Was der Klimawandel und damit verbundene Entwicklungen für Arbeitsplätze, Arbeitsstätten und die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bedeuten

  • Von Dürren und Hitzewellen über Überschwemmungen bis hin zu neuen Krankheitsüberträgern – der Klimawandel verändert die Art und Weise, wie Arbeit verrichtet wird.
  • Darüber hinaus wirken sich entsprechende Präventions- und Anpassungsmaßnahmen wie die Umgestaltung von Infrastruktur, Städteplanung, organisatorischen Prozessen oder Arbeitsplätzen auf die Arbeitsbedingungen aus.
  • Klimaschutzmaßnahmen wie der europäische Grüne Deal, die Dekarbonisierung oder der Übergang zur Kreislaufwirtschaft werden starke Auswirkungen auf Regionen, Gemeinschaften und Arbeitsstätten haben.
  • Die Anpassung bringt sowohl Herausforderungen als auch Chancen für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit mit sich, da Aktivitäten in Bezug auf die Kreislaufwirtschaft wie Reparatur, Recycling und Zerlegung zwar nachhaltige Arbeitsplätze schaffen können, aber auch neue Risiken im Zusammenhang mit Materialien, Abfallentsorgung oder Transport mit sich bringen können.
  • Diese Auswirkungen werden durch weitere Kräfte verstärkt, da Migration, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheit die Entwicklung von Unternehmen und Arbeitsmärkten beeinflussen.

Zu bekämpfende Risiken im Bereich der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit

  • Gesundheitsrisiken im Zusammenhang mit dem körperlichen und geistigen Wohlbefinden, zukünftige übertragene Krankheiten und neuen Expositionsmustern.
  • Gefährliche Stoffe, Umweltverschmutzung und Hitzestress.
  • Bedarf an mehr Resilienz und neuen Kompetenzen zur Bewältigung von Unsicherheiten aufgrund von Betriebsstörungen durch finanzielle, technische oder soziale Instabilität.
  • Neue Technologien und Berufsprofile, die sich aus Klimaschutzmaßnahmen (etwa im Rahmen des grünen Wandels) wie erneuerbare Energien, Elektrifizierung, nachhaltiges Bauen, resiliente Stadtgestaltung und Veränderungen der Lebensmittelsysteme ergeben.
  • Zunehmende Ungleichheiten, von denen insbesondere ältere Beschäftigte mit bereits bestehendenErkrankungen betroffen sind.

Zukunftsszenarien

In den Zukunftsszenarien werden die potenziellen indirekten Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit untersucht. Dabei werden verschiedene Szenarien möglicher zukünftiger Entwicklungen entworfen. Dies sind jedoch keine Vorhersagen, sondern Beispiele, die aufzeigen, wie die wesentlichsten Unsicherheiten zusammenwirken könnten. Indem sie verdeutlichen, was passieren könnte, helfen die Szenarien den Menschen, sich verschiedene mögliche Ergebnisse vorzustellen und über deren Auswirkungen nachzudenken.

Szenario 1 – Gerechter Übergang: Dies ist der beste Fall, in dem Klimaneutralität und ein starker Schutz der Beschäftigten Hand in Hand gehen.

Szenario 2 – Oasen der Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: Starke Systeme für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit gehen mit klimapolitischer Untätigkeit einher, was zu tiefgreifenden Ungleichheiten und einer Abhängigkeit von Automatisierung führt.

Szenario 3 – Klimaschutzwettlauf: Überstürzte Klimaschutzmaßnahmen ohne Vorkehrungen in Bezug auf die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit bringen erhebliche neue Risiken für die Beschäftigten mit sich.

Szenario 4 – Hoffen auf Selbstorganisation: Angesichts schwacher Institutionen erfolgt der Schutz der Beschäftigten durch Selbstorganisation, wodurch deutlich wird, wie unsicher es ist, sich auf nichtstaatliches Handeln zu verlassen.

Unsere Szenarien stützen sich auf Fakten und Umweltangst, Massenmigration, die Wirtschaft im weiteren Sinne, Technologie, Anpassung an den Klimawandel, neue Arbeitsweisen und Werte sowie neue Kompetenzen und Berufe gehören zu den Schwerpunktbereichen unserer Untersuchung.
 

Zukunftsszenarien