Arbeitsbedingte Exposition gegenüber Krebsrisikofaktoren

Occupational exposure to cancer risk factors

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Die Untersuchung der arbeitsbedingten Exposition gegenüber Krebsrisikofaktoren ist unerlässlich, um Risiken frühzeitig zu erkennen und eine wirksame Prävention in ganz Europa zu fördern. Vor diesem Hintergrund konzentriert sich die Forschungsarbeit der EU-OSHA darauf, den Wissensstand und die Faktenlage in diesem Bereich zu verbessern. Aufbauend auf den Ergebnissen der Erhebung zur Exposition von Arbeitnehmer:innen (Workers’ Exposure Survey, WES) werden in diesem Projekt mehrere sich ergänzende Forschungsansätze zusammengeführt, um Präventionsmaßnahmen, die Entwicklung politischer Strategien und eine bessere Anerkennung von arbeitsbedingten Krebserkrankungen zu fördern.

Vergleich von Expositionsdaten aus verschiedenen Quellen

Im Rahmen des Projekts werden die Datenbanken der EU und der Mitgliedstaaten zur Exposition gegenüber Krebsrisikofaktoren erfasst und ausgewertet.

Ein zentrales Element sind Folgemaßnamen zum WES, der sich auf 24 Krebsrisikofaktoren konzentriert. In dieser Studie werden die Daten aus der WES mit bestehenden nationalen Daten aus Deutschland, Frankreich, Finnland und Spanien verglichen. Ziel ist es, den Abdeckungsgrad, die Zugänglichkeit und die Qualität der Informationen zu bewerten und die Unterschiede und Ähnlichkeiten zwischen den Daten der WES und anderen Datenquellen zu untersuchen.

Ein weiteres Element ist eine vergleichende und statistische Analyse der verfügbaren Daten über die Exposition gegenüber Krebsrisikofaktoren, wobei der Erfassungsbereich auf andere Risikofaktoren und Länder ausgeweitet wird, die nicht von der WES abgedeckt werden.

Einblick in die Praktiken der EU-Mitgliedstaaten bei der Anerkennung von arbeitsbedingten Krebserkrankungen

Ein weiteres wichtiges Element besteht darin, die unterschiedlichen Verfahren in den EU-Mitgliedstaaten und den EFTA-Ländern für die Anerkennung arbeitsbedingter Krebserkrankungen zu verstehen. Dabei werden die in nationalen Verzeichnissen registrierten Krebsarten erfasst, ergänzende und sonstige Systeme zur Anerkennung von Berufskrankheiten erläutert, die verschiedenen Voraussetzungen und erforderlichen Informationen beschrieben, die für den Nachweis erforderlich sind, dass ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin einem krebserregenden Stoff ausgesetzt war, und die an der Anerkennung von arbeitsbedingten Krebserkrankungen beteiligten Akteure analysiert. Außerdem werden Lücken, Erfordernisse und bewährte Verfahren aufgezeigt, die dazu beitragen können, den Zusammenhang zwischen der Exposition und Krebserkrankungen in der gesamten EU zu verdeutlichen.

Einige Erkenntnisse sind bereits in der Europäischen Statistik zu Berufskrankheiten von Eurostat verfügbar, darunter auch Daten zu arbeitsbedingten Krebserkrankungen.

Kombinierte Exposition gegenüber karzinogenen Stoffen

Das Projekt befasst sich mit der kombinierten Exposition gegenüber krebserzeugenden, erbgutverändernden oder fortpflanzungsgefährdenden Stoffen (CMR-Stoffen). In Zusammenarbeit mit der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) sollen im Rahmen dieses Aktionsbereichs Informationen über Expositionskonzentrationen gesammelt, Sektoren und Berufe mit einer höheren Prävalenz kombinierter Expositionen ermittelt und Leitlinien für Arbeitsplätze erstellt werden.

Ersatz chemischer Stoffe und der Grundsatz „so gering wie technisch möglich“

Ein weiteres Forschungselement zielt darauf ab, das Bewusstsein zu schärfen sowie den Ersatz und technische Methoden zu fördern, um die Exposition auf ein Ausmaß zu senken, das „so gering wie technisch möglich“ ist und innerhalb der neuen unionsweit vereinbarten Grenzwerte für die Exposition am Arbeitsplatz (OEL) liegt. Im Rahmen der Tätigkeiten werden Hindernisse und Herausforderungen für den Ersatz sowie sektorspezifische Initiativen und bewährte Verfahren untersucht.