Krebs und Arbeit

Cancer and work

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Arbeitsbedingte Krebserkrankungen gehören nach wie vor zu den größten Herausforderungen im Bereich der Gesundheit am Arbeitsplatz in Europa und sind die häufigste Ursache für arbeitsbedingte Todesfälle in der EU. Laut dem Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung sind arbeitsbedingte Krebserkrankungen für rund 45 % aller arbeitsbedingten Todesfälle in der EU verantwortlich. Dies entspricht mehr als 100 000 Todesfällen pro Jahr. Gleichzeitig leben und arbeiten mehr Menschen als je zuvor mit einer Krebserkrankung. Während einer Krebsbehandlung oder nach der Genesung zu arbeiten, kann jedoch eine Herausforderung darstellen und erfordert oft flexible und unterstützende Anpassungen am Arbeitsplatz.

Arbeitsbedingte Krebserkrankungen sind nach wie vor europaweit die größte Herausforderung im Hinblick auf die Gesundheit am Arbeitsplatz.

Die Exposition gegenüber Krebsrisikofaktoren am Arbeitsplatz ist weit verbreitet. Die Ergebnisse der Erhebung der EU-OSHA zur Exposition von Arbeitnehmer:innen deuten darauf hin, dass fast die Hälfte der europäischen Arbeitnehmer:innen während ihrer letzten Arbeitswoche wahrscheinlich mindestens einem Krebsrisikofaktor ausgesetzt war, einschließlich hoher und mehrfacher Expositionen bei bestimmten Tätigkeiten.

Zwar sind chemische Arbeitsstoffe nach wie vor die Hauptursache für arbeitsbedingte Krebserkrankungen, jedoch sind sie nicht die einzigen. Physische und organisatorische Risikofaktoren spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Dazu gehören ultraviolette Sonnenstrahlung, Nachtarbeit und andere Faktoren, die mit der Arbeitsorganisation und den Arbeitsbedingungen zusammenhängen. Das wissenschaftliche Interesse an den potenziellen krebserregenden Auswirkungen von endokrinen Disruptoren (wie bestimmten Pestiziden) und bestimmten Nanomaterialien – beispielsweise mehrwandigen Kohlenstoffnanöhren-7 (Multi-Wall Carbon Nanotubes-7, MWCNT-7) – nimmt zu.

EU-Maßnahmen zur Prävention arbeitsbedingter Krebserkrankungen

Um auf das Ausmaß des Problems zu reagieren, hat die Europäische Union Maßnahmen ergriffen, um Arbeitnehmer:innen besser zu schützen. Die Verhinderung der Exposition an der Quelle, die Verbesserung des Risikomanagements am Arbeitsplatz und die Sensibilisierung sind nach wie vor von entscheidender Bedeutung, um die Arbeitnehmer:innen zu schützen und die Belastung durch arbeitsbedingte Krebserkrankungen in ganz Europa zu verringern. Die Prävention arbeitsbedingter Krebserkrankungen ist ein zentrales Ziel des Strategischen Rahmens der EU für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2021–2027 sowie von Europas Plan gegen den Krebs.

Ein zentrales Rechtsinstrument ist die Richtlinie über Karzinogene, Mutagene und reproduktionstoxische Stoffe (CMRD). Diese Richtlinie wurde mehrfach überarbeitet, um den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung zu tragen. Es wird erwartet, dass diese Maßnahmen die Zahl der künftigen Fälle von arbeitsbedingten Krebserkrankungen und anderen schwerwiegenden Gesundheitsschäden deutlich senken wird.