Der Exekutivdirektor der EU-OSHA erstellt für jedes Haushaltsjahr einen Bericht über die Arbeit und die Tätigkeiten der Agentur. Dieser lehnt sich an die Gliederung des einheitlichen Programmplanungsdokuments an und legt Rechenschaft über das Erreichen der wichtigsten Ziele und die Hauptaktivitäten ab, die in der Programmplanung aufgeführt sind. Ferner untersucht er die Ressourcen, die für das Erreichen der Ziele der Agentur eingesetzt wurden. 

Der konsolidierte jährliche Tätigkeitsbericht ist darüber hinaus ein Verwaltungsbericht des Exekutivdirektors und erstreckt sich beispielsweise auf Themen wie die Umsetzung des internen Kontrollrahmens einschließlich der Ergebnisse interner und externer Prüfungen, das externe Bewertungssystem und die Ergebnisse der Leistungsindikatoren sowie auf Informationen zu Finanzen und Personal.

Der Verwaltungsrat der EU-OSHA analysiert und bewertet den Tätigkeitsbericht. Hierbei handelt es sich um einen wichtigen Schritt bei der Beurteilung der Ausführung des Haushaltsplans der Agentur für das betreffende Jahr (Entlastungsverfahren, an dem das Europäische Parlament und der Rat beteiligt sind).

Die konsolidierten Jahresberichte der vergangenen Jahre finden Sie auf der Website unter Publikationen.

Strategie 2025-2034:  Festlegung von Prioritäten für die Erzielung einer Wirkung

In der aktuellen Strategie der EU-OSHA werden ihre Prioritäten für ein Jahrzehnt dargelegt und drei strategische Handlungslinien mit folgenden Zielen festgelegt:

  1. Bereitstellung von Fakten und Wissen über aktuelle, neue und aufkommende Risiken in Bezug auf ihre Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit sowie deren Prävention, um die Politikgestaltung und Forschung zu unterstützen.
  2. Förderung und Erleichterung der Entwicklung von Instrumenten und Ressourcen, um die Netzwerke und Partner der Agentur in die Lage zu versetzen, die Prävention von Risiken im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu verbessern.
  3. Förderung von Sensibilisierungs- und Vernetzungsmaßnahmen, damit die Agentur und ihre Interessenträger eine positive Risikopräventionskultur am Arbeitsplatz fördern können.

Für weitere Informationen laden Sie die EU-OSHA-Strategie 2025-2034 herunter.

Planung für die kommenden Jahre

Der Exekutivdirektor der EU-OSHA legt dem Verwaltungsrat jedes Jahr ein einheitliches Programmplanungsdokument mit dem fortlaufenden Dreijahresprogramm der Agentur zur Annahme vor. Darin werden klare Prioritäten gesetzt und es soll sichergestellt werden, dass die Agentur ihre Ressourcen und ihr Netzwerk in optimaler Weise nutzt.  Im einheitlichen Programmplanungsdokument werden die durchzuführenden operativen Tätigkeiten und die in den kommenden Jahren zu erreichenden Ziele dargelegt.

Die Arbeitsprogramme/einheitlichen Programmplanungsdokumente der vergangenen Jahre finden Sie auf unserer Website unter Publikationen.

Napo ist ein klassischer Arbeitnehmer in einer Branche oder einem Sektor. Er ist häufig verbreiteten Gefahren und risikoreichen Situationen am Arbeitsplatz ausgesetzt. Allerdings ist er aktiv an der Ermittlung von Gefahren und der Bereitstellung praktischer Lösungen beteiligt.

Napo ist mittlerweile zum wichtigsten Botschafter für die Kampagne für gesunde Arbeitsplätze der EU-OSHA geworden, und viele seiner Filme stehen mit diesen Kampagnen in Verbindung oder unterstützen sie. Außerdem erscheint er zu wichtigen Kampagnenveranstaltungen persönlich.

Auf der Website von Napo finden Sie alle Filme von Napo und weitere Online-Ressourcen.

Napo-Filme

Zusammen mit seinen Arbeitskollegen spielt Napo in einer Reihe von sprachfreien Filmen, die es Menschen jeglicher Herkunft, Kulturen und Altersgruppen ermöglicht, ihn zu verstehen und sich mit ihm zu identifizieren. Die Filme behandeln ein breites Spektrum an Sicherheits- und Gesundheitsthemen, z. B.:

Bevor Sie Filme von Napo verwenden, lesen Sie bitte die Rechte und Genehmigungen sorgfältig durch.

Napo am Arbeitsplatz

Diese Online-Ressourcen sollen Unternehmen helfen, Napo-Filme nicht nur dazu zu nutzen, um auf Gesundheits- und Sicherheitsfragen aufmerksam zu machen, sondern auch, um Diskussionen zwischen ihren Mitarbeitern und den Mitarbeitern entlang ihrer Lieferketten anzustoßen. Die Ressourcen können auch bei Fortbildungsveranstaltungen eingesetzt werden.

Die erste Reihe mit dem Titel „Muskel- und Skeletterkrankungen verstehen“ unterstützt Einzelpersonen und Unternehmen bei der Auseinandersetzung mit Muskel- und Skeletterkrankungen wie Rückenschmerzen, Erkrankungen der oberen Gliedmaßen und Verletzungen durch wiederholte Beanspruchung bei sämtlichen Tätigkeiten eines Arbeitnehmers. Diese Reflexion kann den Unternehmen dabei helfen, ganzheitliche Lösungen zu entwickeln, um die Auswirkungen von Muskel- und Skeletterkrankungen zu verringern, was ihnen wiederum dabei hilft, einzelnen Menschen, ihren Familien und bestimmten Personengruppen ein erfülltes Arbeitsleben zu ermöglichen.

Napo für Lehrer

Napo hilft auch dabei, Grundschulkindern das Thema Sicherheit und Gesundheit näherzubringen. Die EU-OSHA hat ein Online-Toolkit für Lehrkräfte zum Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit entwickelt. Es werden Lernpakete mit folgenden Inhalten zur Verfügung gestellt:

  • Schlüsselbotschaften und Lernziele
  • Ideen für Aktivitäten und Online-Lehrmittel
  • Musterlehrpläne für Unterrichtsstunden von 45 Minuten

Nach erfolgreichem Abschluss eines Pilotprojekts werden diese Unterrichtsstunden weiterentwickelt und auf ganz Europa ausgedehnt.

Betrugsprävention

Zu diesem Zweck hat die Agentur eine umfassende Betrugsbekämpfungsstrategie verabschiedet, die die Zuständigkeiten der verschiedenen Interessengruppen definiert.

Dies steht im Einklang mit den Vorschriften der Finanzregelung der Agentur (Artikel 30 und 111) und den Anforderungen des Fahrplans der Interinstitutionellen Arbeitsgruppe für Folgemaßnahmen zum gemeinsamen Konzept für die dezentralen Agenturen der EU.

Nützliche Links

Vermeidung von und Umgang mit Interessenkonflikten

Die EU-OSHA ist der Integrität ihrer Entscheidungen und der von ihr bereitgestellten Informationen verpflichtet und will die Rechenschaftspflicht bezüglich ihrer Arbeit und Tätigkeiten fördern. Aus diesem Grund kommt der Vermeidung von und dem Umgang mit Interessenkonflikten große Bedeutung zu.

Nach Ernennung sowie alle vier Jahre legen die Mitglieder des Verwaltungsrats und des Exekutivausschusses gemäß der Politik der Agentur zur Vermeidung von und zum Umgang mit Interessenkonflikten eine Interessenerklärung sowie eine Erklärung über das Nichtvorliegen von Interessenkonflikten vor. Diese Informationen sind auf der Website verfügbar. Für externe Sachverständige gelten die gleichen Vorschriften.

Die Interessenerklärungen der Exekutivdirektorin und der leitenden Mitarbeiter werden zur Wahrung der Transparenz ebenfalls öffentlich zugänglich gemacht.

Nützliche Links

Politik der Agentur zum Umgang mit Interessenkonflikten

Interessenerklärungen der Mitglieder des Verwaltungsrats, des Exekutivausschusses und der Beratergruppen

Interessenerklärungen der Exekutivdirektorin und der leitenden Mitarbeiter

Good Practices for the Management Board members at EU-OSHA

Die EU-OSHA hat in jedem Mitgliedstaat einen nationalen Focal Point, dessen Details frei zugänglich sind.

Die Focal Points werden von den Regierungen als offizielle Vertreter der EU-OSHA in den einzelnen Ländern benannt; in der Regel sind es die zuständigen nationalen Behörden für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, die hauptsächlich zur Umsetzung der EU-OSHA-Arbeitsprogramme beitragen.

Welches ist die Rechtsgrundlage der nationalen Focal Points?

Die Verordnung (EG) Nr. 2062/94 des Rates vom 18. Juli 1994 zur Errichtung einer Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz verlangt die Einrichtung eines nationalen Focal Point, der die zuständige nationale Behörde oder eine von ihr benannte nationale Einrichtung ist.

Der nationale Focal Point ist verpflichtet, den Standpunkt der Sozialpartner auf nationaler Ebene gemäß den nationalen Rechtsvorschriften und/oder der nationalen Rechtspraxis zu berücksichtigen.

Wie arbeiten nationale Focal Points?

Jeder Focal Point verwaltet sein eigenes dreigliedriges Netzwerk aus Behördenvertretern und Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen. Das nationale Netzwerk spiegelt die Situation in dem jeweiligen Mitgliedstaat wider und wird nicht von der EU-OSHA eingerichtet.

Dieses Netzwerk leistet Beiträge zur Arbeit der EU-OSHA und zu den Mechanismen für die Verbreitung von Produkten und Informationen an nationale Interessengruppen. Darüber hinaus beteiligen sich die Focal Points aktiv an der Planung und Umsetzung der EU-OSHA-Kampagnen und benennen nationale Sachverständige für die Gruppen und Seminare der Agentur.

Wie funktioniert dies in Nicht-Mitgliedstaaten?

Als EWR-Staaten haben auch Norwegen, Island und Liechtenstein nationale Focal Points, die uneingeschränkt am Netzwerk der nationalen Focal Points der EU-OSHA teilnehmen und den EU-Mitgliedstaaten gleichgestellt sind. Die Schweiz nimmt als Mitgliedstaat der EFTA ebenfalls am Netzwerk der nationalen Focal Points der EU-OSHA teil.

Im Rahmen eines durch das Instrument für Heranführungshilfe (IPA) geförderten Programms verfügt die EU-OSHA zudem über nationale Focal Points in den westlichen Balkanstaaten und in der Türkei. Derzeit sind folgende Länder beteiligt: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien, Kosovo (gemäß der Resolution 1244/99 des UN-Sicherheitsrats), Montenegro, Serbien und die Türkei.

Mit dieser Zusammenarbeit sollen diese Staaten auf eine künftige uneingeschränkte Teilnahme am Netzwerk der EU-OSHA vorbereitet und bei der Entwicklung einer Präventionskultur unterstützt werden. Es werden hauptsächlich Maßnahmen rund um den Informationsaustausch und die Sensibilisierung für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit entsprechend den Kampagnen „Gesunde Arbeitsplätze“ gefördert.

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz hat dieses Toolkit für Kampagnen zum Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit erstellt, das Sie Schritt für Schritt durch die Planung und Durchführung wirkungsvoller Kampagnen führt und für Organisationen und Unternehmen jeder Größe geeignet ist.

Es ist benutzerfreundlich und bietet Ihnen die Beratung, die Sie benötigen, um eine Kampagne zu starten.

Wie benutze ich es?

Das Toolkit hilft bei der Planung einer Kampagne und bei Entscheidungen in Bezug auf:

  • Botschaften
  • Zielgruppe
  • Geografische Verbreitung
  • Finanzausstattung usw.

Es stellt jedoch keine Sammlung strikt zu befolgender Vorschriften dar. Stattdessen gibt das Toolkit Empfehlungen, die berücksichtigt und jeweils an die eigene Organisation und ihre individuellen Rahmenbedingungen angepasst werden können.

Tools und Beispiele

Das Toolkit bietet Ressourcen an, die zum Erfolg einer Kampagne beitragen, z. B. Tools für:

  • Medienkommunikation
  • Werbung
  • Veranstaltungen

Es bietet Tipps und Tricks und stellt Beispiele aus der Praxis im Hinblick auf ihren Einsatz bereit.

Tausende von Unternehmen und Organisationen aus ganz Europa sind gebeten, einen Fragebogen zu den folgenden Schwerpunktthemen auszufüllen:
  • Allgemeine Sicherheits- und Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz und der Umgang mit diesen Risiken
  • Psychosoziale Risiken wie Stress, Mobbing und Belästigung
  • Triebkräfte und Hindernisse beim Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Arbeitnehmerbeteiligung an Maßnahmen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz.

Die Ergebnisse dieser Befragungen werden um Sekundäranalysen ergänzt, die eine Reihe von eingehenden Untersuchungen mit konkreten Themenschwerpunkten beinhalten. Für ein besseres Verständnis der wichtigsten Ergebnisse der Erhebung kommen bei diesen Untersuchungen quantitative und qualitative Forschungsmethoden zum Einsatz.

ESENER 2024

ESENER 2019 

ESENER 2014

ESENER 2009

Beim Eintritt ins Erwerbsleben mangelt es jungen Menschen mitunter an Erfahrung und häufig an körperlicher wie psychischer Reife. Es ist möglich, dass sie die Gefahren, denen sie ausgesetzt sind, nicht ernst genug nehmen. Weitere Faktoren, die zu einer stärkeren Gefährdung junger Menschen führen, sind folgende:

  • Unzureichende Qualifikation und Schulung
  • Fehlendes Bewusstsein für ihre Rechte und die Pflichten ihres Arbeitgebers
  • Zu wenig Selbstvertrauen, um Probleme anzusprechen
  • Arbeitgeber erkennen den zusätzlichen Schutz, den junge Arbeitnehmer benötigen, u. U. nicht an

Die EU-OSHA erstellt Statistiken, überwacht die Gefährdungen, denen junge Menschen ausgesetzt sind und unterstützt den Austausch guter praktischer Lösungen, um sie am Arbeitsplatz zu schützen.

Rechte und Pflichten der Arbeitgeber

Arbeitgeber sind verpflichtet, die Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer zu schützen; besondere Aufmerksamkeit sollten sie dabei jungen Arbeitnehmern schenken. Sie müssen eine Gefährdungsbeurteilung vornehmen, bevor ein junger Mensch seine Erwerbstätigkeit aufnimmt, und Maßnahmen zu seinem Schutz ergreifen.

Jungen Arbeitnehmer sollten geeignete Aufgaben übertragen werden und sie sollten eine angemessene Schulung erhalten und beaufsichtigt werden. Arbeitgeber sollten eine starke Sicherheitskultur fördern und junge Menschen in Sicherheitsfragen einbeziehen. Sonderregelungen gelten für junge Arbeitnehmer unter 18 Jahren.

In der Richtlinie 94/33/EG des Rates sind die gesetzlichen Pflichten der Arbeitgeber niedergelegt. Diese Pflichten sind in den Verordnungen der jeweiligen Mitgliedstaaten festgelegt. Einzelstaatliche Organisationen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Gewerkschaften sind gute Quellen für Beratung.

Lesen Sie das Factsheet für Arbeitgeber.

Rechte und Pflichten junger Arbeitnehmer

Junge Menschen haben das Recht, Fragen zu stellen, Anliegen vorzutragen und Arbeit abzulehnen, die nicht sicher ist.

Gleichzeitig sind sie verpflichtet, die Richtlinien für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu befolgen und sich um die eigene Sicherheit und die ihrer Kollegen zu kümmern.

Wenn Sie ein junger Arbeitnehmer sind und ein Problem haben, ist es vor allem wichtig, es jemandem mitzuteilen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Chef, wenn dies möglich ist. Wenn dies nicht möglich ist, wenden Sie sich an den Sicherheitsbeauftragten, den Gesundheitsschutzbeauftragten oder an ein Elternteil, einen Erziehungsberechtigten oder einen vertrauenswürdigen Kollegen. Einzelstaatliche Organisationen für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und Gewerkschaften sind gute Quellen für Beratung.

Lesen Sie das Factsheet für junge Arbeitnehmer.

Hilfe für Lehrkräfte und Eltern

Lehrkräften kommt eine wichtige Rolle zu. Wenn sie bewirken, dass junge Menschen von klein auf eine gute Einstellung zur Risikoprävention und ein Verständnis dafür entwickeln, werden sie dazu beitragen, dass sie lebenslang geschützt sind.

Mithilfe der allseits beliebten Figur Napo hat die EU-OSHA Lehrkräften eine Reihe von Toolkits für den Unterricht zum Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an die Hand gegeben, die zum Ziel haben, Grundschülern Themen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes mithilfe der Napo-Videoclips und kreativer Aktivitäten in lehrreicher, aber auch unterhaltsamer und fantasievoller Weise nahezubringen.

Lehrkräfte, die an der Organisation von Berufsausbildungen und Praktikumsangeboten beteiligt sind, sollten die Sicherheits- und Gesundheitsschutzsysteme ihrer jeweiligen Arbeitgeber überprüfen.

Erfahren Sie mehr über die Integration des Themas Sicherheit und Gesundheitsschutz in den Unterricht.

Eltern können junge Menschen unterstützen, indem sie sicherstellen, dass diese ihre Rechte und Pflichten kennen. Die Eltern können ihnen außerdem helfen, indem sie mit ihnen über die Arbeit, die Berufsschule und ihre Sicherheit und Gesundheit sprechen.

Lesen Sie das Factsheet für Eltern.

Diese Unterschiede können sich auf die Gefahren, mit denen Männer und Frauen bei der Arbeit konfrontiert sind, und auf die Art und Weise ihrer Beurteilung und Eindämmung auswirken. Darum betreibt die EU-OSHA Forschung und sensibilisiert für die Probleme im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz, mit denen Frauen bei der Arbeit konfrontiert sind.

Unterschiede, die sich auf Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit auswirken können

Im Folgenden sind die Unterschiede aufgeführt, welche die Gefahren beeinflussen, mit denen Männer und Frauen konfrontiert sind: Frauen:

  • arbeiten in spezifischen Sektoren und gehen spezifischen Tätigkeiten nach
  • müssen die doppelte Verantwortlichkeit bei der Arbeit und zu Hause unter einen Hut bringen
  • sind auf mittlerer und oberer Führungsebene unterrepräsentiert
  • unterscheiden sich in körperlicher Hinsicht von Männern, wenngleich die Unterschiede zwischen Frauen oftmals größer sind als die zwischen Männern und Frauen, z. B. in Bezug auf Körperkraft
  • führen Arbeiten aus, die oftmals irrtümlich als sicher und einfach betrachtet werden

Häufig finden diese Unterschiede in der Sicherheits- und Gesundheitsschutzpraxis keine Berücksichtigung. Überdies werden Arbeitsbelastung und stressbedingte Gefahren für Frauen am Arbeitsplatz häufig unterschätzt. Die EU-OSHA verfolgt das Ziel, diese Unterschiede hervorzuheben und Sicherheit und Gesundheitsschutz in Bereichen zu verbessern, in denen Frauen am stärksten betroffen sind.

Was Arbeitgeber tun können

Ein geschlechtersensibler Ansatz in Bezug auf Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit bedeutet, dass die Unterschiede zwischen Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen anerkannt und berücksichtigt werden.

Arbeitgeber können:

  • darauf hinwirken, die Arbeit für alle sicherer und einfacher zu machen
  • Gleichstellungsfragen in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigen
  • die geleistete Arbeit beurteilen und vorschnelle Annahmen in Bezug auf gefährdete Personen und die Gründe für die Gefährdung vermeiden
  • die Arbeitszeit flexibler gestalten
  • Frauen an der Entscheidungsfindung im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit beteiligen

Dieser Ansatz kommt allen Mitarbeitern zugute, nicht nur Frauen.

Lesen Sie die Factsheets der EU-OSHA für Arbeitgeber zu Geschlechterfragen und Gefährdungsbeurteilung.

Die Rolle der EU-OSHA

Das wesentliche Ziel besteht darin, sicherzustellen, dass geschlechterspezifische Fragen Berücksichtigung finden, wenn Strategien und Entscheidungen am Arbeitsplatz und auf EU-Ebene entwickelt werden. Die EU-OSHA untersucht aktiv Gefahren und Entwicklungen bei geschlechterspezifischen Fragen. Dies beinhaltet Forschung mit dem Schwerpunkt auf Sektoren, in denen Frauen arbeiten, z. B. im Reinigungssektor, und auf Gefahren, mit denen insbesondere Frauen konfrontiert sind. Außerdem berücksichtigen — bzw. integrieren — wir Geschlechterfragen in andere Forschungsbereiche.

Wir stellen Arbeitgebern Instrumente und Beratung zur Verfügung, um ihnen bei der Festlegung und Umsetzung einer geschlechtersensiblen Gefährdungsbeurteilung zu helfen.

Siehe auch die Forschung der EU-OSHA in Bezug auf neue Gefahren und Entwicklungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz von Frauen bei der Arbeit und lernen Sie Leitfäden für gute praktische Lösungen und Instrumente zur Gefährdungsbeurteilung kennen.

Arbeitsbedingte Muskel- und Skeletterkrankungen (MSE) treten hauptsächlich im Bereich des Rückens, des Nackens, der Schultern und der oberen, aber auch der unteren Gliedmaßen auf. Sie umfassen alle Schädigungen oder Störungen der Gelenke oder des Gewebes. Die Gesundheitsprobleme reichen von geringfügigen Schmerzen bis hin zu schweren Erkrankungen, die eine Freistellung oder medizinische Behandlung erfordern. Wenn sie chronisch werden, können sie gar zu Behinderung führen, sodass ein Ausscheiden aus dem Erwerbsleben notwendig wird.

Ursachen von MSE

Die meisten arbeitsbedingten MSE entwickeln sich über einen längeren Zeitraum. In der Regel lassen sich MSE nicht auf eine einzelne Ursache zurückführen; vielmehr wirken mehrere Risikofaktoren zusammen, dies sind u. a. physische und biomechanische Faktoren, organisatorische und psychosoziale sowie individuelle Faktoren.

Zu physischen und biomechanischen Risikofaktoren gehören u. a.:

  • Handhabung von Lasten, insbesondere beim Beugen und Drehen des Körpers
  • Gleichförmig wiederholte oder kraftvolle Bewegungen
  • Ungünstige und statische Haltungen
  • Erschütterungen, mangelhafte Beleuchtung oder kalte Arbeitsumgebungen
  • Schnell getaktete Arbeitsabläufe
  • Längeres Sitzen oder Stehen in derselben Position

Zu organisatorischen und psychosozialen Risikofaktoren gehören u. a.:

  • Hohe Arbeitsanforderungen und geringe Autonomie
  • Keine Pausen oder keine Möglichkeiten, die Arbeitshaltungen zu verändern
  • Arbeiten in hohem Tempo, auch infolge der Einführung neuer Technologien
  • Lange Arbeitszeiten oder Schichtarbeit
  • Mobbing, Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz
  • Geringe Arbeitszufriedenheit

Im Allgemeinen sind dies alle psychosozialen und organisatorischen Faktoren (insbesondere in Kombination mit physischen Risiken), die zu Stress, Erschöpfung, Angstzuständen oder anderen Reaktionen führen können, die ihrerseits das Risiko von MSE erhöhen.

Zu individuellen Risikofaktoren gehören u. a.:

  • Krankheitsvorgeschichte
  • Körperliche Leistungsfähigkeit
  • Lebensweise und -gewohnheiten (z. B. Rauchen, fehlende körperliche Bewegung)

Gefährdungsbeurteilung

Es gibt nicht die eine Lösung, und es kann bei ungewöhnlichen oder schwerwiegenden Problemen gelegentlich erforderlich sein, den Rat von Experten einzuholen. Viele Lösungen sind jedoch auch einfach und ohne erhebliche Kosten möglich, wie z. B. die Nutzung eines Wagens zur Unterstützung bei der Handhabung von Gütern oder das Umstellen von Gegenständen auf einem Arbeitstisch.

Zur Verhütung von MSE sollten Arbeitgeber folgende Maßnahmen miteinander kombinieren:

  • Gefährdungsbeurteilung: Verfolgen Sie einen ganzheitlichen Ansatz, bewerten und bewältigen Sie die gesamte Palette der Ursachen (siehe oben). Ebenso wichtig ist es, auf diejenigen Arbeitnehmer zu achten, die einem höheren Risiko von MSE ausgesetzt sind. Vorrang hat die Beseitigung der Risiken, aber ebenso die Anpassung der Arbeit an die Arbeitnehmer.
  • Mitwirkung der Arbeitnehmer: Beteiligen Sie die Arbeitnehmer und die Arbeitnehmervertreter an den Erörterungen von möglichen Problemen und Lösungen.

Erfahren Sie mehr über die Verhütung arbeitsbedingter MSE.

Aktionsplan zur Prävention

Nach Durchführung der Gefährdungsbeurteilung sollte eine Liste von Maßnahmen in der Reihenfolge ihrer Priorität aufgestellt und Arbeitnehmer sowie Arbeitnehmervertreter an ihrer Umsetzung beteiligt werden. Die Maßnahmen sollten sich auf die Primärprävention, aber auch auf die Verringerung der Schwere von Verletzungen konzentrieren. Es ist wichtig, sicherzustellen, dass alle Arbeitnehmer angemessene Informationen und Schulungen zur Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit erhalten und wissen, wie bestimmte Gefahren und Risiken vermieden werden können.

Die Maßnahmen können folgende Bereiche betreffen:

  • Arbeitsplatzgestaltung: Passen Sie die Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes so an, dass Sie eine bessere Körperhaltung einnehmen.
  • Ausrüstung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Arbeitsgerät ergonomisch und für die Aufgaben geeignet ist.
  • Aufgaben: Ändern Sie Ihre Arbeitsweisen bzw. -werkzeuge.
  • Management: Planen Sie die Arbeit so, dass gleichförmig wiederholte Bewegungen oder längeres Arbeiten in einer schlechten Körperhaltung vermieden werden. Planen Sie Ruhepausen ein, wechseln Sie sich bei den Tätigkeiten ab oder weisen Sie Aufgaben neu zu.
  • Organisatorische Faktoren: Entwickeln Sie eine MSE-Strategie zur Verbesserung der Arbeitsorganisation und der psychosozialen Arbeitsumgebung und fördern Sie die Gesundheit des Muskel-Skelettapparats.

Bei Präventionsmaßnahmen sollten auch technische Veränderungen der Arbeitsausrüstung und die Digitalisierung von Arbeitsprozessen sowie damit zusammenhängende Veränderungen der Arbeitsorganisation berücksichtigt werden.

Im Rahmen des Managementansatzes zu MSE ist ebenso auf Gesundheitsüberwachung, Gesundheitsförderung und -wiederherstellung sowie die Wiedereingliederung der von MSE betroffenen Arbeitnehmer zu achten.

Forschung in Bezug auf arbeitsbedingte MSE

Die EU-OSHA hat ein mehrjähriges Projekt mit einem Überblick über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Verbindung mit arbeitsbedingten MSE durchgeführt. Ziel war es, die Probleme im Zusammenhang mit arbeitsbedingten Muskel- und Skeletterkrankungen zu beleuchten, unser Verständnis dieses Problems zu verbessern und wirksame Wege des Umgangs mit arbeitsbedingten MSE zu ermitteln. Bei dem Projekt wurden ferner Arbeitsplatzstrategien und -maßnahmen entwickelt, mit denen dazu beigetragen werden soll, arbeitsbedingten Muskel- und Skeletterkrankungen vorzubeugen und chronische Muskel- und Skeletterkrankungen zu bekämpfen, was auch die Unterstützung der Arbeitnehmer bei der Rückkehr ins Erwerbsleben und der Rehabilitation umfasst. Das Projekt mit einem Überblick über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit befasst sich mit dem Bedarf von politischen Entscheidungsträgern und Wissenschaftlern und stellt eine Ergänzung der Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze“ 2020-2022 dar.

Europäische Rechtsvorschriften

In europäischen Richtlinien, EU-Strategien zu Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, Verordnungen der Mitgliedstaaten und Leitlinien für gute praktische Lösungen wird die Bedeutung der Prävention von MSE bereits anerkannt.

Arbeitsbedingte MSE-Risiken fallen in den Geltungsbereich der Rahmenrichtlinie über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, die Arbeitnehmer vor arbeitsbedingten Risiken im Allgemeinen schützen soll und die Verantwortung des Arbeitgebers für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz begründet. Einige Risiken in Verbindung mit Muskel- und Skeletterkrankungen werden in gesonderten Richtlinien behandelt, insbesondere in der Richtlinie über die manuelle Handhabung von Lasten, der Bildschirmarbeitsplatzrichtlinie und der Vibrationsrichtlinie. Die Richtlinie über die Benutzung von Arbeitsmitteln befasst sich mit den Körperhaltungen von Arbeitnehmern bei der Benutzung von Arbeitsmitteln und stellt klar, dass Arbeitgeber zur Einhaltung der Mindestvorschriften für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz ergonomische Grundsätze berücksichtigen müssen.

Die EU-OSHA überwacht das Auftreten, die Ursachen und Verhütung von MSE. Die EU-OSHA unterstützt auch den Austausch guter praktischer Lösungen.