Norwegen – Maßnahmen für ältere Mitarbeiter am St. Olav’s Hospital
09/03/2016
Im St. Olav’s Hospital sind 9726 Mitarbeiter beschäftigt, von denen 2000 älter als 55 Jahre sind. Die Kosten für eine Frühpensionierung sind hoch und das Krankenhaus möchte erfahrene Mitarbeiter halten. Obwohl nicht gesetzlich vorgeschrieben, hat das St. Olav’s Hospital gemeinsam mit den Gewerkschaften und externen Beratern eine Politik für ältere Mitarbeiter entwickelt. Ab dem Alter von 55 Jahren werden den Mitarbeitern besondere Maßnahmen angeboten. Dazu zählen zusätzliche Urlaubstage (sogenannte Tage für ältere Mitarbeiter), Fortbildungen und Seminare, Renteninformationen, Mentoring von Kollegen und Diskussionen zur Arbeitsfähigkeit während der Mitarbeitergespräche. Ältere Mitarbeiter erhalten weiterhin Fortbildungen, Urlaub zu Bildungszwecken und Berufsberatung. In seinem Evaluierungsbericht kam das Work Research Institut zu dem Ergebnis, dass sich das durchschnittliche Renteneintrittsalter um sechs Monate erhöht hat, und wies auf einen hohen Grad der Arbeitszufriedenheit hin. Die älteren Arbeitnehmer bezeichneten die zusätzlichen Urlaubstage sowie die Entwicklungsprogramme als besonders wertvoll. Verbesserungspotenzial wird noch in den Bereichen Managementschulungen, Erfahrungsaustausch und Entwicklungsprogramme gesehen. Das St. Olav’s Hospital wurde für seine Politik für ältere Mitarbeiter national anerkannt (2011). Zu den Erfolgsfaktoren zählen die Einbindung der Klinikleitung, die Einbeziehung der Interessengruppen, die flexible Entscheidungsfindung und die langfristige Ausrichtung. Die Maßnahme ist mit Änderungen auch auf kleinere Organisationen übertragbar.