Herz-Kreislauf-Gesundheit bei der Arbeit

Worker having a medical checkup

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Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen in der EU zu den häufigsten Ursachen arbeitsbedingter Todesfälle und können die Gesundheit von Beschäftigten erheblich beeinträchtigen. Ihre Entstehung kann durch eine Reihe arbeitsbedingter Faktoren beeinflusst werden, darunter physikalische, chemische, psychosoziale und ergonomische Risiken. Die EU-OSHA untersucht in ihrer Forschung zum Zusammenhang zwischen Arbeit und Herz-Kreislauf-Gesundheit diese Risiken und zeigt Präventionsansätze, Entwicklungen auf politischer und regulatorischer Ebene sowie praktische Hilfsmittel auf.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den größten Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit in der EU. Sie umfassen eine vielfältige und komplexe Gruppe von Erkrankungen, darunter koronare Herzerkrankungen und Schlaganfälle, die das Herz, die Blutgefäße oder die Gefäße des Gehirns betreffen. Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen meist durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Dazu zählen Lebensstil und Verhalten, bereits bestehende Erkrankungen, genetische Veranlagung, sozioökonomische und umweltbedingte Einflüsse sowie Risiken am Arbeitsplatz.

Damit kommt der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Arbeitsleben eine wichtige Rolle zu. Um wirksame Maßnahmen gegen arbeitsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln und ein gesünderes Arbeitsleben zu fördern, müssen diese Risiken und ihre Auswirkungen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit besser verstanden werden.

Auswirkungen arbeitsbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in der EU jedes Jahr für rund 1,71 Millionen Todesfälle verantwortlich. Auch wenn sie in den einzelnen Ländern unterschiedlich häufig auftreten, sind sie in der EU die zweithäufigste Ursache arbeitsbedingter Todesfälle.

Neben ihren gesundheitlichen Folgen können Herz-Kreislauf-Erkrankungen auch die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten beeinträchtigen und ihre weitere berufliche Tätigkeit erschweren. Hinzu kommen Kosten durch krankheitsbedingte Fehlzeiten, langfristige Arbeitsunfähigkeit, vorzeitigen Ruhestand und Produktivitätsverluste. Die jährlichen Gesamtkosten für die Wirtschaft der EU werden auf mehr als 210 Mrd. EUR geschätzt. Die Prävention arbeitsbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördert das Wohlbefinden der Beschäftigten und trägt zugleich dazu bei, die damit verbundenen Belastungen für Unternehmen und Gesellschaft zu verringern.

Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei der Arbeit

Arbeitsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen können durch das Zusammenspiel verschiedener Risikofaktoren am Arbeitsplatz entstehen, darunter:

  • Psychosoziale Risiken: hohe Arbeitsanforderungen, geringer Handlungsspielraum, lange Arbeitszeiten, Schichtarbeit sowie Gewalt und Mobbing am Arbeitsplatz können Stress verursachen und dadurch die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinträchtigen;
  • Ergonomische Risikofaktoren: Dazu zählen schwere körperliche Arbeit sowie langes Sitzen oder Stehen;
  • Physikalische Risikofaktoren: Dazu zählen extreme Temperaturen, Lärm, Vibrationen und Strahlung;
  • Chemische Expositionen: Dazu zählen Schwermetalle, Partikel, Stäube, Motorabgase und bestimmte Pestizide;
  • Biologische Arbeitsstoffe: Dazu zählen auch bestimmte Infektionskrankheiten wie COVID-19.

Art und Ausmaß der Risiken unterscheiden sich je nach Branche, Beruf und Beschäftigtengruppe. Darüber hinaus können Faktoren wie Alter, Geschlecht, sozioökonomische Bedingungen, bereits bestehende Erkrankungen und der Lebensstil beeinflussen, wie sich arbeitsbedingte Expositionen auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken.

Herz-Kreislauf-Gesundheit auf der politischen Agenda der EU

Die Europäische Kommission hebt die bessere Prävention arbeitsbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen als wichtiges Ziel des Strategischen Rahmens der EU für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2021–2027 hervor. Andere EU-Initiativen wie die EU-Initiative zu nicht übertragbaren Krankheiten „Healthier together“ (Gemeinsam gesünder), der Plan zum Schutz der Herzgesundheit („Safe Hearts Plan“) und die Reaktion des Ausschusses für öffentliche Gesundheit des Europäischen Parlaments auf den Plan zeigen, wie wichtig ein koordiniertes Vorgehen zur Verbesserung der Herz-Kreislauf-Gesundheit in der gesamten EU ist.

Forschung der EU-OSHA zu arbeitsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die EU-OSHA führt ein umfangreiches Forschungsprogramm zu arbeitsbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch. Ziel ist es, besser zu verstehen, wie sich die Arbeit auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirkt, und damit eine evidenzbasierte Prävention in der gesamten EU zu unterstützen.

Das Forschungsprogramm untersucht arbeitsbedingte Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und analysiert, wie arbeitsbedingte und nicht arbeitsbedingte Risiken zusammenwirken. Es ermittelt Branchen, Berufe und Beschäftigtengruppen mit erhöhtem Risiko und analysiert die Belastung durch arbeitsbedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der EU. Darüber hinaus untersucht das Forschungsprogramm politische Maßnahmen, Strategien, Maßnahmen am Arbeitsplatz und praktische Hilfsmittel zur Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Berücksichtigt werden auch Maßnahmen, die Beschäftigte nach einem Herz-Kreislauf-Ereignis bei der sicheren Rückkehr an den Arbeitsplatz unterstützen oder ihnen ermöglichen, trotz einer chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankung weiter berufstätig zu sein.

Die Ergebnisse werden die Wissensgrundlage für die Prävention arbeitsbedingter Herz-Kreislauf-Erkrankungen erweitern und in die Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze – Gemeinsam für psychische Gesundheit bei der Arbeit“ einfließen, insbesondere im Hinblick auf die Zusammenhänge zwischen psychosozialen Risiken und Herz-Kreislauf-Gesundheit.