Europäische Unternehmenserhebung über neue und aufkommende Risiken (ESENER-2)

Für die zweite Europäische Unternehmenserhebung über neue und aufkommende Risiken (ESENER-2) der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) wurden knapp 50 000 Unternehmen zu Aspekten von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sowie zu Arbeitsplatzrisiken befragt. Die Schwerpunkte lagen dabei auf Arbeitnehmerbeteiligung und psychosozialen Risiken.

Daten zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten sind durch Befragungen von Arbeitnehmern und über Berichtssysteme verfügbar, aber es ist wenig darüber bekannt, wie mit Gesundheits- und Sicherheitsrisiken in der Praxis umgegangen wird. Dies gilt insbesondere für neue und aufkommende Risiken. Durch die Berichterstattung über den Bedarf der Arbeitgeber an Unterstützung und Fachwissen sowie durch die Ermittlung der Faktoren, die eine Risikoprävention fördern bzw. behindern können, trägt ESENER dazu bei, diese Wissenslücke zu füllen.

Die erste Ausgabe der Erhebung wurde 2009 durchgeführt. Die Feldarbeit für die zweite Ausgabe erfolgte im Jahr 2014. Im Rahmen von ESENER-2 wurden private und öffentliche Betriebe der unterschiedlichsten Sektoren in 36 Ländern befragt (in den 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien, Island, Montenegro, der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien, Serbien, der Türkei, Norwegen und der Schweiz).

Erstmals wurden bei der Erhebung die Bereiche Landwirtschaft und Fischereiwesen sowie Kleinstunternehmen mit fünf bis zehn Mitarbeitern berücksichtigt. Die Fragen wurden den Mitarbeitern gestellt, die am besten über den Umgang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in ihrem Unternehmen Bescheid wussten. Die Teilnehmer beantworteten Fragen zu den größten Risikofaktoren in ihrem Unternehmen und gaben an, wie und warum ein Management dieser Risiken erfolgt. Außerdem nannten sie Faktoren, die Präventionsmaßnahmen erschweren.