Feier zum 25-jährigen Bestehen der EU-OSHA mit unserem Netzwerk

Am 5. Juni 2019 begrüßte Dr. Christa Sedlatschek, Exekutivdirektorin der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA), die Teilnehmer – darunter Ehrengäste, langjährige Partner, bedeutende Persönlichkeiten in der Geschichte der EU-OSHA und die derzeitigen Mitarbeiter – zu einer ganz besonderen Veranstaltung, die den Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Agentur bildete. Die Veranstaltung fand im wunderschönen Festsaal der Universität Deusto in Bilbao statt, wo die Agentur beheimatet ist.

 

Eröffnungssitzung

Die Exekutivdirektorin der Agentur übermittelte eine Glückwunschbotschaft von Felipe VI., König von Spanien, und den Teilnehmern wurde eine eigens aufgenommene Videobotschaft von Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, gezeigt, in der sie die bedeutende Rolle der EU-OSHA bei Europas wegweisenden Erfolgen im Hinblick auf die Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz (OSH) hervorhob.

Joost Koorte, Generaldirektor der Direktion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission, erhielt daraufhin das Wort und sagte: „Die Agentur hat es wirklich geschafft, besonders aufmerksam auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Arbeitnehmer und Unternehmen einzugehen [...] Sie sind und waren immer ein sehr zuverlässiger Partner.“ Er betonte, wie bemerkenswert die Wirksamkeit der EU-OSHA angesichts der relativ geringen Größe der Agentur sei.

Yolanda Valdeolivas, amtierende Staatssekretärin des spanischen Ministeriums für Arbeit, Migration und soziale Sicherheit, und María Jesús San José, Ministerin für Beschäftigung und Justiz der baskischen Regierung, gaben ebenfalls ihre Eröffnungserklärungen ab. Sie brachten darin nicht nur die Unterstützung und Wertschätzung zum Ausdruck, die Spanien und das Baskenland der EU-OSHA entgegenbringen, sondern auch den auf nationaler und regionaler Ebene bestehenden politischen Willen, Probleme im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Angriff zu nehmen.

Es folgten zwei angeregte Podiumsdiskussionen, eine zur Geschichte der EU-OSHA, und eine mit Blick auf die Zukunft der Agentur.

Podiumsdiskussion Nr. 1 – Blick zurück

Die Podiumsteilnehmer wurden ersucht, die allerersten Tage der Agentur zu beschreiben. So berichteten u. a. Tom Walsh, erster Vorsitzender des EU-OSHA-Verwaltungsrats, Francisco Jesús Alvarez Hidalgo von der Europäischen Kommission, und Hans-Horst Konkolewsky, erster Exekutivdirektor der Agentur, über den Pioniergeist und den Innovationsdrang, die die treibenden Kräfte bei der Gründung der EU-OSHA waren.

Europa bedeutet Partnerschaften aufzubauen. Gemeinsam sind wir stärker. Und das stand hinter der Idee zur Gründung dieser Agentur... Wir waren der Ansicht, dass im Hinblick auf Prävention etwas Innovatives getan werden musste.

Francisco Jesús Alvarez Hidalgo, Europäische Kommission

Herr Konkolewsky sagte, dass er die Erfahrungen bei der Gründung der Agentur mit drei Worten beschreiben könne: „Es war eine Herausforderung, aber auch ein Privileg, und es war ein Vergnügen – es hat Spaß gemacht.“ Er zeigte sich voller Anerkennung für den Enthusiasmus, den Mut und die harte Arbeit der ersten Mitarbeiter, des Verwaltungsrats und des Focal-Point-Netzwerks, indem er sagte: „Wir hatten alle das Gefühl, dass dies etwas ganz Besonderes war.“

Ein weiterer ehemaliger Direktor am Podium war Jukka Takala, in dessen Amtszeit die Einführung solch bahnbrechender Projekte wie OiRA, ESENER und OSHwiki fiel. Er merkte an: „Ich war immer schon von der Idee begeistert, beides zusammenzubringen: Evidenz und Kommunikation... Das ist in der Agentur wirklich wichtig, und meiner Meinung nach einzigartig im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit.“

Dr. Sedlatschek erörterte einige der jüngsten Herausforderungen, mit denen die EU-OSHA konfrontiert war. Dazu zählten u. a. neue Sicherheits- und Gesundheitsaspekte im Zusammenhang mit der sich wandelnden Arbeitswelt und insbesondere der Digitalisierung sowie die Bevölkerungsalterung. Sie erläuterte ferner, wie es der Agentur gelungen war, nach den Haushaltskürzungen „mit weniger mehr zu tun“. Die Einführung neuer Haushalts- und Planungsmethoden war für die anhaltende Wirksamkeit der Agentur von entscheidender Bedeutung. Dr. Sedlatschek fasste dies wie folgt zusammen: „Wir haben eine viel effizientere Planung, eine bessere Vorstellung davon, was benötigt wird, und eine bessere Ressourcenverteilung.“

Martina Häckel-Bucher vom EU-OSHA-Focal Point in Österreich vertrat das nationale Focal-Point-Netzwerk am Podium. Sie vermittelte ein Bild von Motivation, Einsatz und Kameradschaft bei der Zusammenarbeit der nationalen Focal Points. Frau Häckel-Bucher sagte: „Hier in Bilbao habe ich gelernt, mich europäischer zu fühlen. Für ein europäisches Netzwerk zu arbeiten und über den nationalen Tellerrand hinaus zu blicken, ist etwas Besonderes.“

Podiumsdiskussion Nr. 2 – Blick in die Zukunft

Auf die Frage nach den Herausforderungen, mit denen die EU-OSHA und die Sicherheit und Gesundheit der europäischen Arbeitnehmer künftig konfrontiert werden, brachten die Podiumsteilnehmer eine ganze Reihe von Aspekten vor. Per Hilmersson, stellvertretender Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, wies darauf hin, dass trotz der enormen Fortschritte, die in den letzten 25 Jahren erzielt werden konnten, noch viel zu tun sei. Er rief dem Publikum die jährlichen Statistiken über schwere Unfälle und Todesfälle in Erinnerung, die aus arbeitsbedingten Krebserkrankungen und tödlichen Unfällen in der EU resultierten. Er selbst und weitere Podiumsteilnehmer wiesen auch auf die zunehmenden psychosozialen Risiken als große Herausforderung hin. Natalie Lotzmann von der multinationalen SAP, einem langjährigen offiziellen Kampagnenpartner der EU-OSHA, hob die Risiken für die psychische Gesundheit hervor, die durch die zunehmende Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit der Arbeit entstehen. Heinz Becker, Mitglied des Europäischen Parlaments, sprach über die dringende Notwendigkeit, sich an den demografischen Wandel anzupassen und den Schwerpunkt auf ein gesundes Altern der Erwerbsbevölkerung Europas zu legen.

Die Podiumsteilnehmer sind jedoch der Meinung, dass die EU-OSHA und die EU im Allgemeinen für diese Herausforderungen gut gerüstet sind. Herr Hilmersson erwähnte die Annahme der Säule sozialer Rechte und die Überarbeitung der Richtlinie über Karzinogene und Mutagene als positive Entwicklungen, während Kris de Meester von BusinessEurope die Bedeutung von Agilität und Anpassungsfähigkeit als Strategie für die Bewältigung der Probleme im Bereich Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit hervorhob, die aus der sich rasch verändernden Arbeitswelt entstehen,.

Charlotte Grevfors Ernoult von der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration berichtete über die jüngste positive Bewertung der EU-OSHA und der EU-Rahmenrichtlinie über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, die zu Optimismus Anlass geben würden: „Es war so erfreulich zu sehen, wie gut die Agentur hierbei abgeschnitten hat und wie sehr wir auf Sie zählen können.“

William Cockburn, Leiter des Referats „Prävention und Forschung“ der EU-OSHA, fasste die wichtigsten Stärken der Agentur zusammen. Er betonte, dass sie durch ihre Fähigkeit, große europaweite Forschungsprojekte durchzuführen, eine ganz besondere Stellung einnimmt. Diese würden sowohl in politische Debatten einfließen als auch Ergebnisse liefern, die mithilfe der Partner der EU-OSHA als Beispiele für die Sensibilisierung und für gute praktische Lösungen direkt am Arbeitsplatz genutzt werden können, besonders durch die Kampagnen „Gesunde Arbeitsplätze“.

Eine Reihe von Bewertungen hat gezeigt, dass wir enorme Verdienste einfahren und durch diese Sensibilisierungsmaßnahmen tatsächliche Verbesserungen erzielen konnten.

William Cockburn, Leiter des Referats „Prävention und Forschung“ der EU-OSHA

Mehrere Podiumsteilnehmer bezeichneten die einzigartige dreigliedrige Arbeitsweise der Agentur als entscheidend für die Sicherung ihres zukünftigen Erfolgs. Christa Schweng, Vorsitzende des EU-OSHA-Verwaltungsrats, beschrieb die Arbeit als „lebendigen Dialog mit allen Beteiligten“, und obwohl die Zukunft ungewiss sei, „können wir es schaffen, solange wir diesen Dialog führen“.

Feierlichkeiten des Abends

Die EU-OSHA stellte ihr Netzwerk in den Mittelpunkt des Rampenlichts – im wahrsten Sinn des Wortes: die Gäste nahmen zum Festessen auf der Bühne der Euskalduna-Konzerthalle Platz. Für Live-Musik sorgte die Bilbao Sinfonieta unter der Leitung des Komikers und Musikers Rainer Hersch, der das Publikum für eine äußerst unterhaltsame Performance gewinnen konnte.

In ihrer Rede zu dem Festessen würdigte Dr. Sedlatschek die Stadt, die die EU-OSHA ihr Zuhause nennen darf, und sagte: „Als Agentur haben wir uns von den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Veränderungen, die sich in Bilbao seit unserer Niederlassung hier vollzogen haben, inspirieren lassen und sind außerordentlich stolz darauf, wie auch auf die Errungenschaften der Stadt.“