Prognose und Umgang mit neuen und aufkommenden Risiken – jetzt und in der Zukunft

Warum wurde die Europäische Beobachtungsstelle für Risiken eingerichtet?

In der Mitteilung der Europäischen Kommission über eine Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit (2002-2006) wurde die entscheidende Rolle der Risikoantizipation bei der Suche nach Lösungen zur Gewährleistung gesunder Arbeitsplätze und eines nachhaltigen Arbeitslebens betont. Die EU-OSHA wurde beauftragt, die Europäische Beobachtungsstelle für Risiken einzurichten, um neue und aufkommende Risiken im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu ermitteln.

Bei ihrem Streben nach rechtzeitiger und wirksamer Prävention hat die Europäische Beobachtungsstelle für Risiken hochwertige Daten gesammelt und analysiert, um

  • einen Überblick über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Europa bereitzustellen;
  • Entwicklungen und deren Einflussfaktoren zu beschreiben;
  • Risikofaktoren hervorzuheben;
  • Veränderungen in der Arbeitswelt und ihre wahrscheinlichen Auswirkungen auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit zu antizipieren.

Die wichtigsten Ergebnisse sind an politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler kommuniziert worden, damit diese geeignete Maßnahmen ergreifen können. Die Beobachtungsstelle war auch bestrebt, stärker dafür zu sensibilisieren, wie sich die von ihr antizipierten Veränderungen wahrscheinlich auf die Arbeitnehmer in Europa auswirken, indem sie die Diskussion zwischen den Interessenträgern im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit anregte.

Prognose: Verständnis für künftige Herausforderungen

Die Arbeit – wie und wo wir arbeiten und welche Art von Arbeit wir leisten – verändert sich ständig durch neue Technologien und neue Beschäftigungsformen, die durch diese und sich verändernde wirtschaftliche und soziale Bedingungen befördert werden. Neue Situationen stellen unterschiedliche Risiken und Herausforderungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber dar und erfordern innovative Lösungen.

Als Ergänzung zu den Arbeiten der Beobachtungsstelle und zur Ermittlung der Risiken, die mit neuen und aufkommenden Technologien, neuen Arbeitsmethoden und dem gesellschaftlichen Wandel zusammenhängen, hat die EU-OSHA eine Reihe von Prognosestudien eingeleitet. Zu den bisher von diesen Vorhaben betroffenen Bereichen gehören:

Die Prognosestudien nutzen Literaturauswertungen, Empfehlungen von Sachverständigen und die Entwicklung von Szenarien, um mögliche künftige Herausforderungen für Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer zu evaluieren. Das Ziel ist es, politischen Entscheidungsträgern bei der Erarbeitung von Lösungen und der Ermittlung von Prioritäten für Forschung und Maßnahmen zu unterstützen.

Was könnte die Zukunft bringen?

Wir werden vor dem Hintergrund aller Herausforderungen der Zukunft weiterhin arbeitsbedingte Unfälle und Krankheiten verhindern, indem wir so arbeiten, wie wir es in den letzten 25 Jahren erfolgreich getan haben.

Dr. Christa Sedlatschek, Direktorin der EU-OSHA

In den letzten 25 Jahren haben sich signifikante Veränderungen vollzogen – sowohl in der Arbeitswelt als auch in der gesamten EU – und die Veränderungen werden sich aus folgenden Gründen in den nächsten 25 Jahren nur beschleunigen:

  • Technologische Fortschritte;
  • Veränderungen in der Wirtschaft und der Mobilität von Menschen;
  • Politischer und gesellschaftlicher Druck;
  • Veränderungen in der Demografie, wie z. B. die Überalterung der Erwerbsbevölkerung.

Initiativen wie die Prognosestudien werden daher immer relevanter und stellen eine wichtige Quelle für zuverlässige Daten über neue und aufkommende Risiken und Herausforderungen dar. Das umfangreiche Netzwerk der Focal Points und Partner der EU-OSHA und ihre engen Beziehungen zur Europäischen Kommission werden der Agentur ebenso helfen, künftige Herausforderungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit erfolgreich anzugehen. Darüber hinaus wird die EU-OSHA weiterhin neue Technologien nutzen und innovative Werkzeuge wie Datenvisualisierung entwickeln, um sicherzustellen, dass jeder Zugang zu den Ressourcen hat, die er benötigt.

Was auch immer die nächsten 25 Jahre bringen mögen, eines wird sich nicht ändern: Die EU-OSHA wird weiterhin mit ihren Partnern zusammenarbeiten, um Arbeitsplätze in Europa sicherer und gesünder zu machen.