Betriebliche Gesundheitsförderung
Gesunde und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind die wichtigste Ressource in Unternehmen; sie sind eine Grundvoraussetzung für deren Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit. Vorausschauende Unternehmen haben deshalb die Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) systematisch in ihr Betriebsmanagement aufgenommen. BGF geht über die reine Einhaltung der Rechtsvorschriften im Arbeitsschutz hinaus; sie bedeutet, dass Arbeitgeber ihre Beschäftigten aktiv dabei unterstützen, die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden insgesamt zu verbessern.
- Was bedeutet Betriebliche Gesundheitsförderung?
- Welche Vorteile bietet BGF für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?
- BGF - eine Pflicht der Sozialversicherungsträger: Akteure und gesetzl. Rahmenbedingungen
- Anreizsysteme in Deutschland
- Umsetzen der betriebliche Gesundheitsförderung in vier Schritten
- Themenbezogene Links
Was bedeutet Betriebliche Gesundheitsförderung?
Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle präventiven Maßnahmen von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Gesellschaft, die Gesundheit und das Wohlbefinden bei der Arbeit zu verbessern. Das betrifft Maßnahmen, die sowohl auf das gesundheitsgerechte Verhalten der Beschäftigten ausgerichtet sind (Verhaltensprävention) als auch Maßnahmen zur gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung (Verhältnisprävention). BGF ist dann erfolgreich, wenn diese Maßnahmen dauerhaft miteinander verknüpft sind und systematisch durchgeführt werden.
Die BGF ist in der Regel auf verschiedene Bereiche ausgerichtet und in der Praxis häufig eng mit der Gefährdungsbeurteilung verbunden. Um BGF erfolgreich umzusetzen, sollten folgende Maßnahmen ins Betriebsgeschehen einbezogen werden:
- Verbesserung der Arbeitsorganisation, z. B. durch
- die Einführung von flexiblen Arbeitszeiten,
- die Ermöglichung von Telearbeit,
- die Förderung von lebenslangem Lernen durch Maßnahmen wie Arbeitsplatzrotation und Arbeitsbereicherung;
- Verbesserung der Arbeitsumgebung, z. B. durch
- Förderung kollegialer Unterstützung,
- Anregung der Beschäftigten zur Mitarbeit bei der Verbesserung der Arbeitsumgebung,
- Bereitstellung gesunder Kantinenkost;
- Motivation der Beschäftigten zur Teilnahme an gesundheitsfördernden Aktivitäten, z. B. durch
- Sportangebote,
- Rücken und Bewegungsprogramme,
- Bereitstellung von Fahrrädern zur Bewältigung kurzer Entfernungen auf weitläufigen Betriebsgeländen;
- die Förderung der persönlichen Entwicklung der Beschäftigten, z. B. durch
- Kursangebote zur Vermittlung sozialer Kompetenzen wie der Fähigkeit zur Stress- ud Konfliktbewältigung,
- Förderung einer gesunden Ernährung und die Möglichkeit, das Erfahrene auch in die Praxis umzusetzen, z. B. durch Bereitstellung gesunder Kantinenkost und Einplanung ausreichender Essenszeiten,
- Förderung einer gesunden Lebensweise, z.B. durch Unterstützung der Beschäftigten bei der Rauchentwöhnung oder durch Angebot von Informationen und vertraulicher Beratung zu Alkohol und Drogen;
- Förderung der psychischen Gesundheit, z.B. durch
- Bereitstellung von Kursen für Führungskräfte zum Thema Umgang mit Stress und Spannungen in ihrem Team ,
- Angebote für anonyme psychologische Beratung und Stressbewältigungskurse (Entspannungskurse, autogenes Training, Zeitmanagement etc.) für alle Mitarbeiter.
Welche Vorteile bietet BGF für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?
Arbeitgeber
Für das Unternehmen hat die Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter diverse positive Konsequenzen, wie zum Beispiel
- den Erhalt und die Stärkung der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
- eine Erhöhung der Motivation durch Stärkung der Identifikation mit dem Unternehmen,
- eine Kostensenkung durch weniger Krankheits-, Produktions- und Flugtuationsausfälle,
- die Steigerung der Produktivität und Verbesseung der Qualität,
- eine Imageaufwertung als Arbeitgeber und damit
- einfachere Personalanwerbung
- eine Stärkung der Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit
Der ökonomische Nutzen von BGM für die Unternehmen gilt als wissenschaftlich belegt. Eine Reihe von Interventionsstudien belegt, dass durch betriebliche Gesundheitsförderung sowohl die Krankheitskosten als auch die krankheitsbedingten Fehlzeiten um durchschnittlich 26 % reduziert werden können. 1)
Arbeitnehmer
Die Teilnahme an Maßnahmen zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz ist freiwillig. Aber eine gesunde Lebensweise sollte zu allererst auch im Interesse der Beschäftigten liegen. Für sie ergeben sich durch eine erfolgreiche Implementierung von BGF zahlreiche Vorteile, wie zum Beispiel
- Verbesserung des Gesundheitszustandes und Senkung gesundheitlicher Risiken
- Reduzierung der Arztbesuche
- Verbesserung der gesundheitlichen Bedingungen im Unternehmen
- Verringerung von Belastungen
- Verbesserung der Lebensqualität
- Erhaltung / Zunahme der eigenen Leistungsfähigkeit
- Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und Verbesserung des Betriebsklimas
- Mitgestaltung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsablaufs
Erst durch das verantwortungsbewusste Handeln beider Seiten – das Engagement des Arbeitgebers für gesundheitsförderliche Organisationsstrukturen und Arbeitsbedingungen und die aktive Teilnahme der Beschäftigten an den angebotenen Maßnahmen sowie an deren Planung - können die Vorteile der BGF voll zum Tragen kommen.
BGF - eine Pflicht der Sozialversicherungsträger: Akteure und gesetzl. Rahmenbedingungen
Inhaltlich ist die BGF nicht trennscharf von modernen Arbeitsschutzstrategien zu unterscheiden, deren Gestaltungshorizont sich inzwischen durchaus auch auf die Dimension gesundheitlicher Ressourcen in der Arbeitswelt erstreckt. Hinsichtlich der gesetzlichen Rahmenbedingungen gibt es allerdings wesentliche Unterschiede – insbesondere hat BGF für die Arbeitgeber keinen verpflichtenden Charakter.
Gesetzliche Krankenversicherungen (GKV)
Seit 1989 sollen die GKV nach § 20 Abs. 1 SGB V in ihren Satzungen Leistungen zur Primärprävention vorsehen, die den allgemeinen Gesundheitszustand verbessern.
Darüber hinaus sind sie nach dem 2007 neu gefassten §20a, SGB V verpflichtet, Betrieben Leistungen zur BGF anzubieten. Die Maßnahmen werden durch die Qualitätsvorgaben des GKV-Leitfadens Prävention strukturiert. Maßnahmen, die nicht den in diesem Leitfaden dargestellten Handlungsfeldern entsprechen, dürfen von den Krankenkassen nicht im Rahmen von § 20 und § 20a SGB V durchgeführt oder gefördert werden.
Die im Betrieb angebotenen Maßnahmen der BGF müssen bedarfsbezogen allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unabhängig von ihrem arbeitsrechtlichen Status offen stehen.
Gesetzliche Unfallversicherung (UVT)
Die Träger der Gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften, Unfallkassen und Unfallversicherungsverbände) haben gemäß SGB VII neben der Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten ebenfalls gesetzliche Aufgaben im Bereich der Prävention (von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren) und Rehabilitation.
Gesetzliche Rentenversicherung
Auch die gesetzliche Rentenversicherung hat die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Erwerbstätigkeit der Versicherten erhalten bleibt. Gemäß § 9 Abs. 1 SGB VI erbringt die Rentenversicherung Leistungen zur medizinischen Rehabilitation und zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben.
Zusammenarbeit der Akteure
Der Staat verpflichtet die Arbeitsschutzbehörden und die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung zur Zusammenarbeit und zur "gegenseitigen Unterrichtung" im Arbeits- und Gesundheitsschutz (§ 21 ArbSchG). Auch bei BGF-Maßnahmen sieht der Gesetzgeber sowohl eine Zusammenarbeit der Krankenkassen untereinander als auch eine Zusammenarbeit mit dem zuständigen Unfallversicherungsträger vor (§ 20a SGB V und § 14 Abs. 2 SGB VII).
Erwähnt sei hierzu auch die "Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit der Träger von gesetzlicher Kranken- und Unfallversicherung bei der betrieblichen Gesundheitsförderung und der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren", die zuletzt 2009 aktualisiert wurde.
Anreizsysteme in Deutschland
Beitragbonus für gesundheitsbewusstes Verhalten
Der Gesetzgeber gibt in § 65 a Abs. 2 SGB V den Krankenkassen die Möglichkeit, einen Beitragsbonus an Versicherte und Arbeitgeber für Maßnahmen der BGF auszuschütten. Allerdings können einzelne Krankenkassen dieses nur für "ihre" Versicherten realisieren.
Steuerliche Begünstigung durch Maßnahmen der BGF
Der Gesetzgeber hat mit dem Jahressteuergesetz 2009 zusätzliche Anreize geschaffen, indem Maßnahmen der BGF steuerlich begünstigt werden (§3 Nr. 34 des Einkommenssteuergesetzes). Es können Ausgaben von bis zu 500 Euro im Jahr pro Arbeitnehmer steuerfrei bleiben, wenn zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn eine Leistung des Arbeitgebers der betrieblichen Gesundheitsförderung zugute kommt. Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern entsprechende Gesundheitsleistungen anbieten, müssen diese somit nicht mehr als sogenannten "geldwerten Vorteil" mit Steuern und Sozialabgaben belegen.
Voraussetzung für die Steuerfreiheit ist, dass hinsichtlich Qualität, Zweckbindung und Zielgerichtetheit einer Maßnahme die Anforderungen der §§ 20 und 20a SGB V erfüllt sind. Damit fallen insbesondere Gesundheitsangebote, die im Leitfaden Prävention des GKV - Spitzenverbandes aufgeführt sind, unter die Steuerbefreiung. Dies sind beispielsweise Rückenschulen, Kurse zur Raucherentwöhnung, gesunden Ernährung oder zur Stressbewältigung.
Umsetzen der betriebliche Gesundheitsförderung in vier Schritten
Gut geplante Programme zur BGF vereinbaren die Bedürfnisse des Unternehmens mit den Bedürfnissen der Arbeitnehmer. Folglich gibt es kein standardisiertes Modell zur Einführung der BGF. Vielmehr muss jedes Unternehmen die Grundprinzipien der BGF an seine jeweiligen Bedingungen anpassen. Dieser Prozess umfasst folgende vier Schritte:
- Vorbereitung
- Bilden Sie eine Arbeitsgruppe, die für die Planung und Umsetzung des Programms verantwortlich ist. Sie sollte sich möglichst aus Vertretern der folgenden Bereiche zusammensetzen:
- Geschäftsleitung,
- Personalvertretung,
- Personalabteilung,
- Vertreter für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz.
- Informieren Sie alle Mitarbeiter über das Programm indem Sie verschiedene Kommunikationskanäle wie Poster, Anschlagtafeln, Intranet und Versammlungen dafür nutzen.
- Gewährleisten Sie die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Die BGF kann nur greifen, wenn arbeitsbedingte Gefahren erfolgreich gehandhabt werden.
- Bilden Sie eine Arbeitsgruppe, die für die Planung und Umsetzung des Programms verantwortlich ist. Sie sollte sich möglichst aus Vertretern der folgenden Bereiche zusammensetzen:
- Planung
- Nutzen Sie von Anfang an die Beratungs- und Unterstützungsangebote Ihres Unfallversicherungsträgers und der Krankenkassen.
- Ermitteln Sie die Erwartungen der Arbeitnehmer an das Programm. Die Effektivität eines Programms kann optimiert werden, wenn es auf die Anforderungen und Erwartungen der Arbeitnehmer abgestimmt wird. Dafür gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten:
- per Fragebögen durchgeführte Erhebungen,
- Einbindung der Anforderungsermittlung in bestehende ähnliche Aktivitäten wie z. B. die Berücksichtigung von Fragen zum Thema Gesundheit und Wohlbefinden in einer Erhebung zur Gefährdungsbeurteilung,
- Durchsicht vorhandener Daten: Firmenstatistiken, z. B. demografische Daten zur Belegschaft, Fehlzeiten, Fluktuationsraten und andere Daten aus der Gesundheitsüberwachung der Arbeitnehmer oder aus freiwilligen Vorsorgeuntersuchungen können auf Bereiche verweisen, in denen Handlungsbedarf besteht.
- Setzen Sie Prioritäten. Entscheiden Sie, welche Ziele das Programm zur betrieblichen Gesundheitsförderung verfolgt, und legen Sie die Prioritäten entsprechend fest, zum Beispiel:
- Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben,
- Verringerung von Muskel- und Skelettbeschwerden,
- Allgemeine Förderung einer gesunden Lebensweise.
- Verbinden Sie die Aktivitäten der BGF mit denen der Gefährdungsbeurteilung. Planungen und Maßnahmen für die BGF können oft erfolgreich mit Aktivitäten zur Gefährdungsbeurteilung verbunden werden.
- Integrieren Sie bestehende, erfolgreiche Gesundheitsaktivitäten, z. B. Laufgruppen, in das Programm für die BGF.
- Führen Sie ein koordiniertes Programm ein, anstatt verschiedene isolierte Maßnahmen durchzuführen.
- Ermöglichen Sie allen Mitarbeitern die Teilnahme am Programm. Vermeiden Sie etwaige Ungleichbehandlungen, indem z. B. nicht die Arbeitszeiten aller Mitarbeiter berücksichtigt werden. Es kann sich auch lohnen zu überlegen, wie mit Mitarbeitern ohne E-Mail-Konten kommuniziert werden kann.
- Denken Sie schon im Vorfeld daran, wie Sie die Ergebnisse auswerten können. Die laufende Kontrolle des Erfolgs oder Misserfolgs erleichtert bei Bedarf die Verbesserung des Programms.
- Umsetzung
- Bemühen Sie sich um die aktive und sichtbare Unterstützung von allen Ebenen des Managements. Dies ist einer der wichtigsten Faktoren dafür, im gesamten Unternehmen eine gesundheitsorientierte Kultur zu implementieren.
- Beziehen Sie die Arbeitnehmer soweit wie möglich mit ein. Je besser Sie das Programm der BGF auf die Bedürfnisse der Arbeitnehmer abstimmen, umso weniger brauchen Sie dafür zu werben. Spezielle Anreize, auf Ihre Belegschaft zugeschnitten, können die Popularität der Maßnahmen noch erhöhen, zum Beispiel:
- finanzielle Anreize und Zuschüsse für die Kosten externer sozialer oder sportlicher Aktivitäten,
- Freistellung für die Teilnahme an Angeboten,
- Wettbewerbe und Preisverleihungen zur Ehrung und Belohnung der Teilnehmer von Programmen zur betrieblichen Gesundheitsförderung.
- Anpassung des Materials an die Zielgruppe. Komplexität, Ausführlichkeit und Sprachniveau sollten für die Zielgruppe geeignet sein. Bitten Sie Ihre Mitarbeiter um Rückmeldungen zu verteiltem Material.
- Bewertung und kontinuierliche Umsetzung
- Der Erfolg betrieblicher Gesundheitsförderung kann an einer Reihe von kurz-, mittel- und langfristigen Indikatoren gemessen werden. Analysieren Sie die Auswirkungen der BGF:
- hinsichtlich der Zufriedenheit der Belegschaft (z. B. mithilfe einer Umfrage),
- hinsichtlich der relevanten wirtschaftlichen Faktoren wie Fluktuation, Produktivität und Fehlzeiten.
- Bewerten Sie den finanziellen Nutzen der BGF.
- Kommunizieren Sie die Ergebnisse Ihrer Auswertung: Informieren Sie über Erfolge und geplante Veränderungen.
- Setzen Sie Ihre Planungen und Verbesserungen fort: Gute betriebliche Gesundheitsförderung ist ein kontinuierlicher Prozess.
- Berücksichtigen Sie die Ergebnisse der Auswertung bei weiteren Planungen.
- Der Erfolg betrieblicher Gesundheitsförderung kann an einer Reihe von kurz-, mittel- und langfristigen Indikatoren gemessen werden. Analysieren Sie die Auswirkungen der BGF:
Zu den wichtigsten Elementen einer erfolgreichen Umsetzung der BGF gehört das dauerhafte Engagement für dieses Thema von allen Seiten. Das Engagement der Geschäftsleitung ist von zentraler Bedeutung, um einen Konflikt zwischen dem Programm zur BGF und der Arbeitsweise im Unternehmen zu vermeiden. Besonders wichtig ist es zudem, die Belegschaft – wo immer möglich – einzubeziehen und in allen Phasen der Umsetzung zu ermutigen, sich möglichst umfassend zu beteiligen.
Betriebliche Gesundheitsförderung kann nur erfolgreich sein, wenn sie als dauerhafte Komponente in alle betrieblichen Prozesse eingebunden ist.
Themenbezogene Links
Netzwerke
- Europäisches Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (ENWHP)
Das ENWHP hat es sich zur Aufgabe gemacht, betriebliche Gesundheitsförderung als ganzheitlichen Ansatz europaweit bekannt zu machen. Das Netzwerk koordiniert den Informationsaustausch und die Verbreitung vorbildlicher Praxisbeispiele in Europa.
Seit 2009 ist auch eine deutschsprachige Datenbank (PROMENPOL) mit erfolgreichen Methoden und Instrumenten der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) nutzbar. - Deutsches Netzwerk für Betriebliche Gesundheitsförderung (DNBGF)
Das DNBGF geht auf eine Initiative des Europäischen Netzwerks für Betriebliche Gesundheitsförderung ENWHP zurück und wird vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales BMAS und vom Bundesministerium für Gesundheit BMG unterstützt. Für die Arbeit des DNBGF wurde eine Geschäftsstelle eingerichtet, die vom BKK Bundesverband, der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), dem AOK-Bundesverband und dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) im Rahmen der gemeinsamen Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) getragen wird. Vor dem Hintergrund einer noch zu geringen Verbreitung von betrieblicher Gesundheitsförderung in Deutschland soll die Kooperation zwischen allen nationalen Akteuren verbessert werden. - Netzwerk KMU-Kompetenz
Die Mitgliedsunternehmen des Netzwerks KMU-Kompetenz profitieren voneinander - denn jeder Betrieb bringt seine Erfahrungen, aber auch seine aktuellen Herausforderungen ein. Sie unterstützen sich dabei, den Wirkungsgrad ihres betrieblichen Gesundheitsmanagements zu steigern, und tauschen sich darüber aus, wie sie z.B. Teamfähigkeit und Kommunikation ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte fördern können. Der Austausch mit anderen Mitgliedsunternehmen und die innovativen Leistungsangebote des Netzwerks KMU-Kompetenz tragen dazu bei, die Arbeitsbedingungen systematisch zu verbessern und optimale Rahmenbedingungen für gute Führung und engagierte Mitarbeiter zu schaffen. - Netzwerk "Unternehmen für Gesundheit"
Dem Netzwerk gehören Unternehmen, Verwaltungen und Körperschaften an, die sich in der betrieblichen Gesundheitsförderung im Sinne der "Luxemburger Deklaration" engagieren. Es soll dazu dienen, Erfahrungen auszutauschen und die betriebliche Gesundheitsförderung in den Mitgliedsorganisationen und darüber hinaus zu verbreiten und weiterzuentwickeln. Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit werden der Öffentlichkeit zum Beispiel durch Veranstaltungen und Publikationen regelmäßig zugänglich gemacht. - Die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. (BVPG)
Die BVPG mit Geschäftsstelle in Bonn wurde 1954 gegründet und ist ein gemeinnütziger, politisch und konfessionell unabhängiger Verband. 128 Organisationen sind zur Zeit Mitglied der BVPG, darunter vor allem Bundesverbände des Gesundheitswesens (wie z.B. die Bundesärztekammer, die Spitzenverbände der Krankenkassen sowie Verbände der Heil- und Hilfsberufe, aber auch Bildungseinrichtungen und Akademien), die einen Arbeitsschwerpunkt im Bereich 'Prävention und Gesundheitsförderung' aufweisen. Die BVPG vertritt in der Regel nicht partikuläre Interessen einzelner Mitgliedsverbände, sondern setzt sich in der Hauptsache für Strukturerhalt und Strukturverbesserungen bzgl. der 'Gesundheitsförderung und Prävention' insgesamt in Deutschland ein.
Medien
- BGF - Der Film
Die dreißigminütige Dokumentation der Hochschule Magdeburg-Stendal präsentiert das Thema Betriebliche Gesundheitsförderung einmal anders: Vier Beispiele aus der Praxis zeigen, dass nachhaltiges Gesundheitsmanagement sich für Unternehmen, Institutionen und Beschäftigten lohnt. Mitarbeiter, Experten und Entscheidungsträger aus den Branchen Produktion, Bildung und Öffentliche Verwaltung kommen selbst zu Wort und berichten, wie sie Betriebliche Gesundheitsförderung erleben. - iga-Report 20: Motive und Hemmnisse für Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM). Umfrage und Empfehlungen
Das »Betriebliche Gesundheitsmanagement« steht für ein planvolles Vorgehen, um Belastungen für die Beschäftigten zu verringern und die Ressource Mitarbeiter-Gesundheit zu stärken. Gerade in kleinen und mittleren Betrieben ist die Verbreitung jedoch noch deutlich zurückhaltender als in Großbetrieben. iga hat das zum Anlass genommen, durch TNS Infratest bei 500 Betrieben des produzierenden Gewerbes mit 50 bis 500 Beschäftigten nach Motivation und Hindernissen für Betriebliches Gesundheitsmanagement zu fragen. - iga-Report 16: Return on Investment im Kontext der betrieblichen Gesundheitsförderung und Prävention. Die Berechnung des prospektiven Return on Investment: eine Analyse von ökonomischen Modellen
Immer mehr Unternehmen und externe Berater wünschen sich ein mit Kennzahlen belegtes Model, um das ökonomische Potential von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung erkennen zu können. Hierzu stellt insbesondere der prospektive Return on Investment (ROI) einen vielversprechenden Ansatz dar. Dabei handelt es sich um eine Form der Kalkulation des Kosten-Nutzen-Verhältnisses, die eine Zukunftsbetrachtung durchführt, d.h. eine Abschätzung für den potentiell wahrscheinlich eintretenden finanziellen Nutzen vornimmt. - iga-Report 15: Gesund älter werden und arbeitsfähig bleiben? Empfehlungen aus der Erwachsenenbildung für die betriebliche Gesundheitsförderung durch Bewegungs- und Stressbewältigungsmaßnahmen
Was sollte man in der Gesundheitsbildung für Beschäftigte in der zweiten Lebenshälfte berücksichtigen? Lernen Ältere anders als Jüngere? Welchen Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung sind für diese Zielgruppe besonders geeignet? Auf diese Fragen antwortet der iga-Report „Gesund älter werden und arbeitsfähig bleiben?" mit Empfehlungen aus der Erwachsenenbildung. - iga-Report 13: Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention. Zusammenstellung der wissenschaftlichen Evidenz 2000 bis 2006
iga stellt in einer aktualisierten Literaturschau erneut fest: Betriebliche Gesundheitsförderung und Prävention leisten einen wesentlichen Beitrag zur Gesunderhaltung von Beschäftigten und zahlen sich für Unternehmen aus. Zudem zeigt die Fachliteratur: Mit Hilfe gezielter Maßnahmen lassen sich arbeitsweltbezogene psychische und muskuloskelettale Erkrankungen wirkungsvoll vorbeugen. Der Report zeigt aber auch auf, welche Maßnahmen nicht wirken oder bei welchen ein Nachweis noch aussteht.
Weitere Informationsanbieter
- Betriebliche Gesundheitsförderung beim Bundesministerium für Gesundheit
Auf den Internetseiten des BMG wird gezeigt, wie Unternehmen eine gute und fundierte Gesundheitsförderung für ihre Arbeitnehmer gewährleisten können. Das Angebot ist in folgende Rubriken gegliedert: - Betriebliche Gesundheitsförderung beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales
- Initiative Gesundheit und Arbeit (iga)
BKK Bundesverband, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung, AOK-Bundesverband und der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) arbeiten bei der Prävention und der betrieblichen Gesundheitsförderung zusammen. Sie kooperieren in iga-Projekten in den vier Themenfeldern Wirksamkeit von Prävention, Arbeit im Wandel, Gestaltung gesunder Arbeit und Präventionsziele. Die drei zentralen Fragen dabei sind: Wie muss Arbeit gestaltet sein, damit die Beschäftigten gesund bleiben? Wie kann Prävention noch wirksamer werden? Und wie bringt man sie noch besser zu den Zielgruppen in die Unternehmen? - Arbeitskreis "Prävention in der Arbeitswelt"
Der Arbeitskreis "Prävention in der Arbeitswelt" will vor allem Kooperationsprojekte von Unfall- und Krankenversicherung bekannt machen und Anregungen für die Zusammenarbeit der Träger geben. - Basiswissen zur Betriebl. Gesundheitsförderung,
ERGO online , der Informationsdienst im Sozialnetz-Hessen bietet Informationen zu den Konzepten und Methoden der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie zu Erfahrungen, Qualitätsanforderungen und betrieblichen Regelungsmöglichkeiten. Zu überbetrieblichen und europäischen Aktivitäten wird ebenfalls informiert. - Institut für Betriebliche Gesundheitsförderung
Das BGF-Institut bietet Unternehmen Unterstützung bei der Entwicklung eines umfassenden Gesundheitsmanagements. Es war ursprünglich eine Einrichtung der AOK Rheinland, die Angebote gingen aber bald weit über den gesetzlichen Auftrag der Krankenkassen hinaus. Deshalb gliederte die AOK das Institut 1998 in eine GmbH aus; Gesellschafterin ist weiterhin die AOK Rheinland/Hamburg - Die Gesundheitskasse.
Der Nutzen für Unternehmen: Die AOK kann sich an den Kosten des Gesundheitsprojektes beteiligen, abhängig von der Anzahl der AOK-versicherten Beschäftigten im Unternehmen. - AOK-Institut für Gesundheitsconsulting
Das AOK-Institut für Gesundheitsconsulting führt Gesundheitsprojekte im betrieblichen und außerbetrieblichen Setting durch. Es unterstützt insbesondere Firmenkunden bei der effizienten Durchführung von Maßnahmen zur Gesundheitsförderung und zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement. Neben der Beratung von Einzelunternehmen organisiert das AOK-Institut in branchenbezogenen und branchenübergreifenden Netzwerken auch den Erfahrungsaustausch von klein- und mittelständischen Unternehmen und stellt dafür die notwendigen Instrumente und Benchmarkingdaten zur Verfügung. - AOK-Service Gesunde Unternehmen
Die AOK-Sachsen-Anhalt informiert und berät Betriebe über betriebsspezifische gesundheitliche Maßnahmen und für sie zugeschnittene Programme. Dabei gibt es zwei Handlungsschwerpunkte:- die Förderung gesundheitsgerechter Bedingungen im Betrieb, zum Beispiel am Arbeitsplatz, in der Arbeitsumgebung oder auch der Arbeitsorganisation.
- die Förderung des persönlichen Gesundheitsverhaltens des Mitarbeiters.
- Kein Sprint, sondern ein Marathon! Auf dem Weg zu einem gesunden Unternehmen
Wie ein systematischer Prozess der betrieblichen Gesundheitsförderung angestoßen und organisiert werden kann, zeigt, mit vielen nützlichen Informationen und Downloads, ein Angebot des Amtes für Arbeitsschutz der Freien und Hansestadt Hamburg. - infoline GESUNDHEITSFÖRDERUNG,
infoline GESUNDHEITSFÖRDERUNG, ein Informationsdienst des hessischen RKW-Arbeitskreises "Gesundheit im Betrieb", bietet Informationen zu den Fragen, bei welchen Anlässen betriebliche Gesundheitsförderung helfen kann, welche Probleme sich lösen lassen und welche Instrumente der betrieblichen Gesundheitsförderung existieren.
Es finden sich Adressen von Ansprechpartnern in Institutionen, Verbänden und Forschungseinrichtungen, die in der betrieblichen Gesundheitsförderung tätig sind, Rechtsgrundlagen der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie Beispiele gelungener betrieblicher Gesundheitsförderung. - HAWARD Initiative für ein deutschlandweites BGM-Kompetenznetzwerk
Ziel der HAWARD Initiative ist es, das BGM auf Grundlage anerkannter Qualitätsstandards zu fördern. Um dieses Ziel zu erreichen, hat der HAWARD Partner TÜV NORD den Standard BGM entwickelt, nach dem Unternehmen ihr BGM jetzt vorauditieren oder zertifizieren lassen können. Diese Unternehmen können Mitglied der HAWARD Initiative werden.

