Partnership Meeting: Deutsche Auftaktveranstaltung der Kampagne

Die deutschle Auftaktveranstatung der europaweiten Kampagne der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz fand am 10. Juni 2008 im Rahmen eines Partnership Meeting in Berlin statt. Die Veranstaltung wurde von den Trägern der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie - den Arbeitsschutzverwaltungen der Länder in Kooperation mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) sowie den Unfallversicherungsträgern - ausgerichtet. Sie war mit rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus dem gesamten Bundesgebiet außerordentlich gut besucht.
Das Ziel des Meetings war es unter anderem, die Vertretungen der Sozialpartner, der Handwerkskammern sowie der Industrie- und Handelskammern als Unterstützer und Multiplikatoren zur Umsetzung eines systematischen Arbeitsschutzes in kleinen und mittleren Unternehmen zu gewinnen.
Im Mittelpunkt der auf einen aktiven Gedanken- und Erfahrungsaustausch angelegten Veranstaltung stand die Information über die Gefährdungsbeurteilung als wirksames Präventionsinstrument. In den interessanten Kurzvorträgen wurden von 14 verschiedenen Referentinnen und Referenten der Arbeitsschutzverwaltungen der Länder und des Bundes, der Unfallversicherungsträger, der Handwerkskammern und einer Unternehmensberatung die Themen
- Nutzen der Gefährdungsbeurteilung
- Anforderungen bezüglich der Angemessenheit einer Gefährdungsbeurteilung
- Unterstützungsangebote der "institutionellen" Arbeitsschutzakteure Bund, Länder und Unfallversicherungsträger
- Formen einer erfolgreichen Kooperation zwischen Sozialpartnern, Kammern sowie den "institutionellen" Arbeitsschutzakteuren
vorgestellt und an praktischen Beispielen näher erläutert. Der Prozess der Gefährdungsbeurteilung wurde als ein effektives Mittel dargestellt, um frühzeitig Maßnahmen einzuleiten, mit denen Unfälle oder Erkrankungen sowie damit verbundene Betriebsstörungen, Ausfallzeiten und Fehlproduktionen vermieden werden.
Es wurde deutlich, dass eine korrekte Beurteilung der Gefährdungen somit nicht zuletzt zur Wirtschaftlichkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Imageverbesserung eines Unternehmens beiträgt.
Das Partnership Meeting war infolge der großen Beteiligung und der Vielzahl der anregenden und intensiven Diskussionen über den Prozess der Gefährdungsbeurteilung als Kernelement eines effektiven und systematischen Arbeitsschutzes eine erfolgreiche Eröffnung der europäischen Kampagne.
Beiträge der Referenten
- Bedeutung der Gefährdungsbeurteilung als Kernelement eines systematischen Arbeitsschutzes aus Sicht der Träger der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie
- Bund
Michael Koll, Bundesministerium für Arbeit und Soziales - Arbeitsschutzbehörden der Länder
Ernst-Friedrich Pernack Vorsitzender des LASI,
Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Familie, Land Brandenburg - Unfallversicherungsträger
Dr. Walter Eichendorf, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - Leitlinie Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation
Gerhard Strothotte, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung - Aufsichtsstrategien zur Implementierung von prozessualen Gefährdungsbeurteilungen
Bettina Splittgerber, Hessisches Sozialministerium - Prämienverfahren als Anreiz und Leitfaden für die Gefährdungsbeurteilung in KMU
Henning Krüger, Fleischerei-Berufsgenossenschaft - Prozessorientierte Gefährdungsbeurteilung als wirksames Instrument für Klein- und Kleinstbetriebe am Beispiel von CASA-bauen, (Kurzdarstellung)
Stephan Gabriel, Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin - Die beteiligungsorientierte Gefährdungsbeurteilung - Wege zur Gewinnung kleiner und mittlerer Unternehmen für systematischen Arbeitsschutz
Dr. Sabine Müller-Bagehl, Amt für Arbeitsschutz Hamburg - Erfolge beim Ermitteln und Bewerten von Gefährdungen in Kleinstbetrieben - eine länderübergreifende gemeinsame Aktion mit 5 Unfallversicherungsträgern
Ralf Grüneberg, Landesamt für Arbeitsschutz Land Brandenburg
Karl-Heinz Hegenbart, Steinbruchs-BG - Rechnergestützte Gefährdungsbeurteilung für Kleinbetriebe
Dr. Michael Meetz, uve GmbH für Managementberatung - Vorstellung des SGU-Leitfadens als Kooperationsprojekt der Gewerbeaufsicht, Unfallversicherungsträger, IHK und HWK
Dr. Frank Sosath, Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz des Landes Rheinland-Pfalz - Zusammenarbeit Kammern und Gewerbeaufsicht im Arbeits- und Gesundheitsschutz
Tuku Roy-Niemeier, Handwerkskammer Bremen - Vom Nebeneinander zum Miteinander - die Hamburger Arbeitsschutzpartnerschaft
Rolf de Vries, Handwerkskammer Hamburg

