Bericht "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit 2010" jetzt online 22.12.2011
Am 20.12.2011 hat die Bundesregierung den von der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Ursula von der Leyen, vorgelegten "Bericht über Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit" für das Jahr 2010 beschlossen. Der Bericht belegt unter anderem, dass die Zahl der meldepflichtigen und tödlichen Arbeitsunfälle sowie der meldepflichtigen Wegunfälle im Vergleich zum Jahr 2009 gestiegen ist. Die Zahl derer, bei denen der Verdacht auf eine Berufskrankheit vorlag, ist ebenfalls gestiegen. Die Anerkennung von Berufskrankheitsfällen ist rückläufig. Todesfälle infolge von Berufskrankheiten gehen sogar signifikant zurück.
Neben der Darstellung der Daten zum Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit enthält der Bericht in diesem Jahr erstmals einen Abschnitt, in dem die wichtigsten Akteure im Deutschen Arbeitsschutz ihre Aktivitäten im Berichtsjahr darstellen. Im diesjährigen Schwerpunkt befasst sich der Bericht mit dem Öffentlichen Dienst.
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Inhalt
Der Bericht bietet neben grundlegenden arbeitsweltbezogenen Daten zu Bevölkerung und Erwerbstätigkeit insbesondere Daten der Unfallversicherungsträger zu Arbeits- und Wegeunfällen und Berufskrankheiten. Darüber hinaus werden auch das Verrentungsgeschehen und Arbeitsunfähigkeitsdaten analysiert. Abgeleitet aus letzteren werden volkswirtschaftliche Kosten der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit abgeschätzt. Weitere Daten zu den Unfallversicherungsträgern und zur Gewerbeaufsicht runden den Überblick über die Entwicklungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz ab. Zusätzlich werden Daten aus der Schülerunfallversicherung ausgewertet.
Neben der Darstellung der Daten zum Thema Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit enthält der Bericht in diesem Jahr erstmals einen Abschnitt, in dem die wichtigsten Akteure im Deutschen Arbeitsschutz, die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA), der Länderausschuss für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik (LASI) und die Unfallversicherungsträger (UVT), ihre Aktivitäten im Berichtsjahr darstellen.
Zusammenfassung
Im diesjährigen Schwerpunkt befasst sich der Bericht mit dem Öffentlichen Dienst. Neben der Beschreibung der Personalstruktur werden die physischen und psychischen Arbeitsbedingungen im Öffentlichen Dienst mit denen in Industrie, Handwerk und Dienstleistungsbereich verglichen. Auch auf gesundheitliche Beschwerden, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten wird kurz eingegangen. Darüber hinaus wird das Restrukturierungsgeschehen in den verschiedenen Wirtschaftsbereichen dargestellt.
Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Entwicklungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz im Jahr 2010 zeigt im Vergleich zum Vorjahr höhere Unfallzahlen. Diese Anstiege können durch die noch einmal verbesserten Erwerbstätigenzahlen (+0,5 %) sowie das angezogene Wirtschaftswachstum mit höherer Arbeitsdichte und damit verbundenem höherem Arbeitstempo zum Teil erklärt werden. So ereigneten sich im Berichtsjahr 1.045.816 und damit 7,3 % mehr meldepflichtige Arbeitsunfälle als im Vorjahr. Auch der Anstieg bei den tödlichen Arbeitsunfällen liegt in ähnlichem Rahmen (8,4 % auf 674 Unfälle). Besonders deutlich war der Anstieg im Bereich der meldepflichtigen Wegeunfälle (+25,0 % auf 226.554 Unfälle). Diese Zahlen lassen sich allerdings auf das anhaltende schnee- und eisglatte Winterwetter zurückführen. Insbesondere in Bereichen wie Logistik, Verkehr und bei Zustelldiensten nahmen die Unfallzahlen besonders zu.
Eine Umkehr des langjährigen Trends mit abnehmenden Arbeitsunfallzahlen lässt sich aber aus dem Anstieg in 2010 nicht ableiten.
Die Entwicklungen bei Arbeits- und Wegeunfällen zeigen jedoch auf, dass weiter verstärkte Anstrengungen unternommen werden müssen, um das bestehende hohe Niveau von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit in Deutschland zu halten und zu verbessern. So hatte die Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie (GDA) beschlossen, zu der in der Europäischen Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007 - 2012 vereinbarten Verringerung der Arbeitsunfälle in der Europäischen Union um 25 % einen bedeutenden Beitrag zu leisten. Um diese nationale Zielstellung zu erreichen, müssen die Anstrengungen aller Arbeitsschutzakteure in den folgenden Jahren intensiviert werden.
Die Tabellen des Berichts zeigen auch, dass in den Bundesländern der Personalstand der Gewerbeaufsicht – wie in den letzten Jahren schon – weiter kontinuierlich abgebaut wird und parallel dazu die Zahlen von besichtigten Unternehmen und von Besichtigungen in Unternehmen rückläufig sind. Eine aufmerksame Verfolgung dieser Entwicklung ist weiterhin geboten.

