- Info
Arbeitsbedingte Gewalt
Körperliche Gewalt ist eine der schwerwiegendsten arbeitsbedingten Gefahren. Dazu zählen Beleidigungen, Bedrohungen oder physische Aggression. Im Jahr 2005 berichten 4 % der Arbeitnehmer, in den vorangegangenen 12 Monaten Opfer von körperlicher Gewalt durch die Öffentlichkeit geworden zu sein.
Gewalt kann von jemandem innerhalb oder außerhalb eines Unternehmens ausgehen. Einzelne Gewalttaten sind meist unvorhersehbar, die Situationen, in denen es am wahrscheinlichsten zu Gewalttaten kommt, jedoch nicht. Risikofaktoren sind beispielsweise die Arbeit mit der Öffentlichkeit, der Umgang mit Geld und die Alleinarbeit.
Gewaltübergriffe, zu deren Folgen Verletzungen, posttraumatische Störungen, krankheitsbedingte Fehlzeiten und eine niedrige Arbeitsleistung zählen, können sowohl für die Opfer von Gewalt als auch für Unternehmen ernste Folgen haben.
Unternehmen dürfen nicht erst Maßnahmen ergreifen, nachdem es bereits zu tätlichen Angriffen gekommen ist. Wirksame Maßnahmen sollten auf die besonderen Umstände eines Unternehmens abgestimmt sein und auf umfassenden Risikobewertungen beruhen.
Ansätze, die auf der Prävention von Gewalt aufbauen, sind nachhaltiger als einzelne, auf Individuen abgestimmte Maßnahmen, die nach einem Vorfall eingeleitet werden. Zu wirksamen Maßnahmen zählen beispielsweise eine angemessene Beleuchtung sowie Videoüberwachungssysteme, die Anpassung der Arbeitsorganisation und der einzelnen Arbeitsbereiche, um Alleinarbeit zu vermeiden, sowie die Schulung für den Umgang mit schwierigen Situationen mit Kunden und die Erkennung von Warnsignalen.
Ebenso wichtig ist es, Vorgehensweisen zu entwickeln, die im Falle einer Gewalttat angewendet werden, beispielsweise die Bereitstellung psychologischer Unterstützung für das Opfer.