Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Zu den Inhalten wechseln. Suche FAQ Hilfe Wir über uns

Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

EASG-Netzwerk
Sie sind hier: Startseite Themen Stress und psychosoziale Risiken Belästigung am Arbeitsplatz

Belästigung am Arbeitsplatz

Belästigung (man spricht auch von Mobbing oder von psychologischer Gewalt) bedeutet wiederholtes, unangemessenes Verhalten gegenüber einem Arbeitnehmer oder einer Gruppe von Arbeitnehmern mit dem Ziel, die belästigte Person zu schikanieren, zu demütigen, zu bedrohen oder ihre Würde zu unterminieren. Belästigung, die meist innerhalb einer Organisation auftritt, kann sowohl verbale als auch körperliche Angriffe beinhalten, ebenso aber auch subtilere Formen wie soziale Ausgrenzung. Belästigungen können sich auf die Würde, die beruflichen Fähigkeiten, das Privatleben, körperliche Eigenschaften, die Rasse, das Geschlecht oder die sexuelle Ausrichtung einer Person richten. Belästigung stellt im europäischen Arbeitsraum ein erhebliches Problem dar, das sowohl Arbeitnehmern als auch Unternehmern beträchtliche Kosten verursacht. Jeder Arbeitnehmer in jedem Unternehmen kann Opfer von Belästigungen werden. Untersuchungen zeigen, dass im Jahr 2005 5 % der europäischen Arbeitnehmer berichteten, Opfer von Belästigungen oder Mobbing geworden zu sein. In einigen EU-Ländern gaben sogar 10-17 % der Arbeitnehmer an, von diesem Problem betroffen zu sein.

Belästigung am Arbeitsplatz setzt die Opfer erheblichem Stress aus und belastet auch ihre Kollegen, Freunde und Familien. In einigen Fällen sind die Betroffenen nicht mehr in der Lage, ihr Arbeits- und Privatleben zu bewältigen. Belästigung kann zu posttraumatischen Störungen, zum Verlust der Selbstachtung, zu Angstzuständen, Depressionen, Apathie, Reizbarkeit, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen, Verdauungsproblemen und sogar zu Suizidversuche führen. Die Symptome können sogar nach den Belästigungen noch jahrelang anhalten.
Auf Unternehmensebene kann Belästigung zu Fehlzeiten, einer hohen Fluktuationsrate sowie zu verringerter Leistungsfähigkeit und Produktivität führen. Schmerzensgeldleistungen infolge von Klagen in Zusammenhang mit Belästigung können darüber hinaus hoch ausfallen. Es ist wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um Belästigung vorzubeugen. Zuerst sollte eine Risikobewertung durchgeführt werden, um geeignete Maßnahmen ermitteln zu können. Dazu kann die Entwicklung von Strategien zur Bekämpfung von Belästigung zählen, die Konfliktmanagement und Schulungen zur Verbesserung der Führungskompetenz beinhalten, das Arbeitsumfeld beeinflussen und im Fall von Belästigung Unterstützung für die Opfer bieten (z. B. Beratung und Ausgleichsregelung).

Folgende Faktoren tragen zur Bekämpfung von Belästigung bei:

  • Von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ausgehendes Engagement zur Förderung einer gewaltfreien Arbeitsumgebung;
  • Definition von inakzeptablem Verhalten;
  • Erläuterung der Folgen von Belästigung und Klarstellung der daraus resultierenden Sanktionen;
  • Informationen darüber, wo und wie Opfer Hilfe bekommen können;
  • Förderung einer „Beschwerdekultur“, in der Beschwerden keine unangemessenen Folgen nach sich ziehen;
  • Erläuterung der Vorgehensweise für die Einreichung von Beschwerden;
  • Informationenn über Beratungs- und Unterstützungsdienste; und
  • Wahrung der Vertraulichkeit in Fällen von Belästigung.
Weitere Informationen

Read more

About Belästigung am Arbeitsplatz
Belästigung am Arbeitsplatz