Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Zu den Inhalten wechseln. Suche FAQ Hilfe Wir über uns

Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

EASG-Netzwerk
Sie sind hier: Startseite Themen Muskel- und Skeletterkrankungen Fachleute für Sicherheit und Gesundheitsschutz

Fachleute für Sicherheit und Gesundheitsschutz

Muskel- und Skeletterkrankungen sind ein ernstes Problem. Sie können jedoch verhindert oder deutlich verringert werden, wenn die bestehenden Rechtsvorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz eingehalten und die folgenden Hinweise auf gute praktische Lösungen beachtet werden.


Die wichtigsten Aspekte der Vorbeugung von Muskel- und Skeletterkrankungen sind in europäischen Richtlinien, in Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten und Leitfäden über gute praktische Lösungen bereits anerkannt.

Prävention

Die Gefährdungsbeurteilung hilft festzustellen, welche Risiken an einem Arbeitsplatz bestehen und welche Personen gefährdet sind, um anschließend geeignete vorbeugende Maßnahmen und eine Risikoüberwachung zu beschließen.

Die Gefährdungsbeurteilung sollte auf einem ganzheitlichen Ansatz basieren und die Gesamtbelastung für den Körper berücksichtigen. Muskel- und Skeletterkrankungen sind in der Regel nicht auf eine Einzelursache zurückzuführen - manuelle Handhabungen allein führen beispielsweisenur selten zu Rückenschmerzen. Zu ihrer Entstehung können viele weitere Faktoren wie Stress, Vibrationen, Kälte und Arbeitsorganisation beitragen.

Deshalb ist es äußerst wichtig, die Risiken für Muskel- und Skeletterkrankungen in ihrer ganzen Bandbreite zu bewerten und ihnen umfassend entgegenzuwirken. Die Gefährdungsbeurteilung muss durch ein Bündel geeigneter Maßnahmen ergänzt werden, die auf eine Beseitigung (falls möglich) oder eine Verringerung der Risiken für das Muskel- und Skelettsystem abzielen. Bei der Festlegung vorbeugender Maßnahmen sollte eine breite Palette möglicher Änderungen in Betracht gezogen werden:

  • Arbeitsplatz — Kann der Arbeitsplatz beispielsweise so gestaltet werden, dass Tätigkeiten, die einen hohen Kraftaufwand erfordern, nicht mehr in ungünstigen, starren Haltungen durchgeführt werden müssen?
  • Arbeitsgeräte — Ist das Werkzeug beispielsweise ergonomisch geformt? Können motorbetriebene Werkzeuge eingesetzt werden, um den Kraftaufwand für eine Tätigkeit zu verringern? Führt der Einsatz solcher Werkzeuge zu einer höheren Exposition der Hand oder des Arms gegenüber Vibrationen?
  • Arbeitnehmer — Arbeitnehmer müssen geschult werden, damit sie ergonomischen Faktoren mehr Beachtung schenken und unsichere Arbeitsbedingungen besser erkennen und vermeiden. Sie müssen außerdem darüber aufgeklärt werden, warum vorbeugende Maßnahmen so wichtig sind und was passiert, wenn diese vernachlässigt werden. Ferner sollten sie darauf hingewiesen werden, dass die Einhaltung bewährter Praktiken und Arbeitsverfahren allen Vorteile bringt, weil dadurch gesundheitliche Beschwerden und Einkommensverluste vermieden werden.
  • Tätigkeiten — Eine der wichtigsten Anforderungen ist es, die physische Beanspruchung bei bestimmten Aufgaben durch eine Verringerung des Kraftaufwands, repetitiver Bewegungen, ungünstiger Arbeitshaltungen und/oder Vibrationen zu reduzieren. Dazu sind häufig neue Werkzeuge oder Arbeitsverfahren erforderlich.
  • Arbeitsmanagement — Dies wäre z. B. eine bessere Arbeitsplanung oder die Einführung sicherer Arbeitssysteme. Möglicherweise können Aufgaben auf mehrere Beschäftigte aufgeteilt werden, um die Belastung durch repetitive Bewegungen, anstrengende Handhabungen und längeres Bücken oder Drehen zu vermeiden.
  • Organisationsebene — Praktische Lösungen sind z. B. die Entwicklung angemessener Einteilungen von Arbeits-/Ruhezeiten zur Verringerung der Ermüdung, die Organisation von Pausen und die Einführung des Rotationsprinzips für bestimmte Aufgaben. Auf Unternehmensebene sollte die Einführung einer Strategie zur Entwicklung einer ausgeprägten Sicherheitskultur gefördert werden, um eine stärkere Verpflichtung und Beteiligung der Führungsebene bei der Ermittlung und Kontrolle von Risikofaktoren für Muskel- und Skeletterkrankungen zu erreichen und die Sicherheits- und Überwachungsmaßnahmen zu verbessern.


Folgende Bereiche sollten ebenfalls beachtet werden:

  • Gesundheitsüberwachung,
  • regelmäßige Schulung,
  • Information und Konsultation der Mitarbeiter,
  • ergonomische Arbeitssysteme.

Neben der Prävention spielen Fachleute auch eine wichtige Rolle bei der Weiterbeschäftigung, Rehabilitierung und Wiedereingliederung von Arbeitnehmern, die bereits an Muskel- und Skeletterkrankungen leiden.