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Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

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Managementführung

Das wirksame Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zählt zu den zentralen Faktoren für den anhaltenden Erfolg von Unternehmen. Es ist sehr wichtig, dass Führungskräfte neben ihren anderen Zuständigkeiten und Pflichten auch eine wirksame Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit übernehmen und beides miteinander vereinen. Beim wirksamen Management geht es darum, durch die Minderung von Risiken die Gesundheit, die Sicherheit und das Wohlbefinden aller Mitarbeiter zu gewährleisten und wirksamen Schutz vor berufsbedingten Verletzungen oder Krankheiten zu bieten.

Es gehört zu den Aufgaben von Führungskräften, die strategische Richtung für das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz in ihrem Unternehmen vorzugeben und die Mitarbeiter dazu zu motivieren, sich wirksam dafür einzusetzen, dass im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz gute Leistungen erzielt werden.

Es besteht somit ein bedeutender Unterschied zwischen der Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit und dem Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Die Mitarbeiterführung ist strategischer und das Management betrieblicher Natur. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Mitarbeiterführung: Besonderes Augenmerk gilt den oberen Führungsebenen bis hin zur und einschließlich der Geschäftsleitung.

Kosten und Vorteile der Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Das Mitarbeiterführung zählt zu den wesentlichen Faktoren für das Wohlergehen von Mitarbeitern und ist außerdem ein zentraler Aspekt bei der Schaffung und Aufrechterhaltung eines sicheren und gesunden Arbeitsplatzes.

Mangelhafte Mitarbeiterführung und Management am Arbeitsplatz können für die Mitarbeiter eine Reihe negativer Folgen haben.

Die wissenschaftliche Literatur zeigt einen direkten Zusammenhang zwischen der Mitarbeiterführung und dem verbesserten Wohlbefinden der Mitarbeiter (d. h., weniger Angstzustände, Depressionen sowie Stress am Arbeitsplatz), niedrigeren krankheitsbedingten Fehlzeiten und weniger Invaliditätsrenten.

Mangelhafte Mitarbeiterführung und Management sind offenbar außerdem bezeichnende Indikatoren für die Auswirkungen auf die Sicherheit in Unternehmen und können mit der Motivation von Mitarbeitern für eine gesunde Lebensweise in Zusammenhang gesetzt werden. Darüber hinaus haben zahlreiche Studien ergeben, dass sich eine starke und wirksame Mitarbeiterführung positiv auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mitarbeitern auswirkt.

Mangelhafte Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit kann nicht nur den guten Ruf eines Unternehmens schädigen und zu finanziellen Einbußen führen, sondern auch zu einer schlechten betrieblichen und finanziellen Leistung beitragen.

Beispiel: In einem Chemieunternehmen wurde errechnet, dass die durch Vorfälle, in deren Folge Arbeitnehmer mindestens einen Tag bei der Arbeit fehlen, verursachten Zeitverluste einem finanziellen Gegenwert von mehr als 22 000 EUR entsprechen. Die tatsächlichen Kosten wurden anhand nachstehender Faktoren errechnet:

  • erforderliche Zeit seitens der Führungsebene für die Untersuchung von Vorfällen;
  • Unterbrechung der Produktion zur Untersuchung von Unfällen;
  • Haftung im Zusammenhang mit Arbeitsunfällen;
  • Kosten für das Ergreifen von vorbeugenden Maßnahmen für die Zukunft.

Umgekehrt kann gute Mitarbeiterführung weitreichendere positive Auswirkungen auf ein Unternehmen haben, z. B.:

  • Kostenvorteil durch Führungsverhalten bei Sicherheit und GesundheitsschutzVerbesserung des Rufs des Unternehmens;
  • mehr Loyalität von Kunden und Unterauftragnehmern;
  • höhere Arbeitsmoral der Mitarbeiter;
  • bessere Chancen, die besten Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen: bevorzugter Arbeitgeber;
  • Fähigkeit, neue Kunden zu gewinnen;
  • verbesserte Produktivität und gesteigerte betriebliche Effizienz.

Führungsstile: kooperativ, „Laissez-faire“ und autoritär

Die Mitarbeiterführung kann auf unterschiedliche Art und Weise und auf verschiedenen Ebenen ausgedrückt werden. Immer mehr Forschungsergebnisse belegen, dass der Führungsstil das Potenzial besitzt, die Sicherheit, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mitarbeitern zu beeinflussen.

Transformationale Mitarbeiterführung: KOOPERATIVER Führungsstil


Ziel der transformationalen Mitarbeiterführung ist die Herbeiführung positiver Veränderungen bei Einzelpersonen und sozialen Systemen. Die Anhänger dieses Führungsstils streben eine Verbesserung von Motivation, Moral und Leistungen an, die durch eine Reihe von Mechanismen realisiert werden sollen:

  • Die Mitarbeiter sollen sich mit dem Auftrag identifizieren können und sich der kollektiven Identität des Unternehmens zugehörig fühlen.
  • Es wird versucht, die Stärken und Schwächen von Mitarbeitern zu verstehen, damit die Führungskraft den Mitarbeitern Aufgaben zuweisen kann, die ihre Leistungen optimieren.
  • Mitarbeiter werden gefordert und ermutigt, so dass das Verantwortungsgefühl für ihre Arbeit gestärkt wird.
  • Die Führungsebene übernimmt eine Vorbildfunktion für Mitarbeiter mit dem Ziel, diese zu inspirieren und zu motivieren

Führungskräfte mit einem transformationalen Führungsstil versuchen, auf die ihnen unterstellten Mitarbeiter einzuwirken, indem

sie die Mitarbeiter dazu bringen, sich ihre Ziele höher zu stecken und ihnen das Vertrauen verleihen, mit ihren Leistungen die impliziten oder expliziten Vereinbarungen zu übertreffen. (Dvir et al. (2002), S. 735)

Führungskräfte mit einem transformationalen Führungsstil können das psychische Wohlbefinden von Mitarbeitern positiv und indirekt beeinflussen, indem sie durch ihre Interaktion mit den ihnen unterstellten Mitarbeitern positive Emotionen hervorrufen. Darüber hinaus können Personen mit einem solchen Führungsstil das Wohlbefinden von Mitarbeitern verbessern, indem sie darauf einwirken, wie die Mitarbeiter den Sinn und Zweck ihrer Arbeit wahrnehmen.

Passive Mitarbeiterführung: Führungsstil „LAISSEZ-FAIRE“

Passive Mitarbeiterführung umfasst zwei Dimensionen:

  • Ausnahmenbasiertes (passives) Management: Charakteristisch für diese Art des passiven Führungsverhaltens ist, dass die betreffenden Führungskräfte abwarten, bis gravierende Leistungsprobleme auftreten, bevor sie Abhilfemaßnahmen ergreifen.
  • Führungsstil „Laissez-faire“: Dieses Führungsverhalten zeichnet sich aus durch: Untätigkeit, Nichtverfügbarkeit in Fällen, in denen unterstellte Mitarbeiter Unterstützung benötigen, mangelnde Transparenz hinsichtlich der erwarteten Leistungen und Vermeidung des Treffens von Entscheidungen und der Wahrnehmung von Zuständigkeiten.

Abusive Supervision: AUTORITÄRER Führungsstil

Abusive Supervision in der MitarbeiterführungDie abusive Supervision definiert sich dadurch, in welchem Maße unterstellte Mitarbeiter empfinden, dass Führungskräfte wiederholt feindseliges und nonverbales Verhalten (abgesehen von körperlichem Kontakt) an den Tag legen.

Charakteristisch für diesen Führungsstil sind Verhaltensweisen (verbaler und nonverbaler Natur), die als missbräuchlich, autoritätsschädigend, aggressiv und beleidigend betrachtet werden.

Praktische Beispiele hierfür sind: unterstellte Mitarbeiter öffentlich der Lächerlichkeit preisgeben oder für Fehler verantwortlich machen, die sie nicht begangen haben; Verwendung von Schimpfnamen und Einschüchterung. Es wurde ein Zusammenhang zwischen dem abusiven Verhalten von Führungskräften und schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Mitarbeitern, die Arbeitseinstellung und die berufliche Leistung ermittelt.

Mitarbeiterführung bei und Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

An der Einflussnahme auf das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit haben Führungskräfte auf verschiedene Art und Weise einen entscheidenden Anteil.

Dazu zählen:

  • Etablieren einer wirksamen Steuerung für das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit
  • Festlegen von Strategien, Leitlinien und Zielen sowie Überwachen der Fortschritte
  • Vorleben von vorbildlichem Handeln durch eigenes Verhalten
  • Aufbau einer positiven Sicherheits- und Gesundheitskultur und die Einbeziehung aller Mitarbeiter in Sicherheits- und Gesundheitsfragen
  • Sicherstellen der prioritären Bedeutung von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit im täglichen Betrieb
  • Ermächtigen einzelner Mitarbeiter zum Ergreifen von vorbeugenden Maßnahmen sowie Ermutigen zu sicherem und gesundheitsorientiertem Verhalten
  • Bereitstellen der notwendigen Sicherheitsschulungen, -instrumente und -ausrüstung für die Mitarbeiter
  • Einbeziehung von Mitarbeitern in Entscheidungen betreffend die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Zentrale Merkmale und Kennzeichen von Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit

Positive Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der ArbeitWodurch zeichnet sich positive Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit aus?

Zu den zentralen Merkmalen und Kennzeichen eine positiven Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zählen eine aktive Mitarbeiterführung, die Einbeziehung und Beteiligung von Mitarbeitern sowie ein wirksames Beurteilungs- und Überprüfungsverfahren für die Arbeitsumgebung (Quelle: Institute of Directors und Health and Safety Executive (HSE, britisches Amt für Gesundheit und Sicherheit), 2007).

Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit ...

... sollte sichtbares, aktives Engagement seitens der oberen Führungsebenen und der Geschäftsleitung im Zusammenhang mit Aspekten der Arbeitssicherheit und des Wohlbefindens der Mitarbeiter beinhalten. Dieses aktive Engagement sollte mit einem starken Engagement und Vertrauen innerhalb des Unternehmens in Bezug auf Sicherheit und Gesundheitsschutz kombiniert werden.

Die Geschäftsleitung kann aktive Mitarbeiterführung durch umfassende und integrierte Strategien, Leitlinien und wirksame Führungsstrukturen für den Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz demonstrieren. Vorgesetzte und Führungskräfte können aktive Mitarbeiterführung mit Hilfe eines wirksamen bidirektionalen Kommunikationssystems und ggf. durch wirksame und offene Managementstrukturen kultivieren.

Die aktive und anhaltende Einbeziehung von Mitarbeitern ...

... in die Förderung und das Management sicherer und gesunder Arbeitsbedingungen und -verfahren ist ein entscheidendes Merkmal für positive Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Führungskräfte können und sollten Mitarbeiter dazu ermutigen, sichere und gesunde Arbeitsplätze aktiv zu fördern und zu schützen. Dies lässt sich durch qualitativ hochwertige Informationen sowie Schulung und Fortbildung im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz bewirken.

Um die Einbeziehung der Mitarbeiter anzuregen und zu fördern, eignet sich beispielsweise eine wirksame bidirektionale Kommunikation zwischen Arbeitnehmern und Führungskräften, wobei die Führungskräfte den Rückmeldungen und Meinungen der Mitarbeiter gegenüber offen sind.

Positive Mitarbeiterführung bei und Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sollten wirksame Beurteilungs- und Überprüfungsverfahren umfassen, ...

... darunter auch die rechtzeitige und wirksame Ermittlung von Risiken im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz und ein entsprechendes Risikomanagement. Zu diesem Zweck kann ggf. kompetente fachliche Beratung erforderlich sein, um derartige Beurteilungs- und Überprüfungsverfahren einzurichten. Führungskräfte sollten dafür sorgen, dass die Überwachung, die Berichterstattung und die Überprüfung im Zusammenhang mit den Leistungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz organisationsintern und -übergreifend für alle Mitarbeiter und wichtigen Interessengruppen transparent ist.

Praktische Hinweise: positive Mitarbeiterführung

Die praktischen Hinweise in diesem Abschnitt beruhen auf Informationen aus dem HSE-Leitfaden „Leading Health and Safety at Work“ (Institute of Directors und Health and Safety Executive, 2007).

Führungskräfte bestimmen die Strategie für das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz

Leitlinien und Praktiken für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit sollten von der Führungsebene ausgehen. Die Führungskräfte im Unternehmen spielen eine wichtige Rolle als Vorreiter bei Initiativen sowie als maßgebliche Vorbilder. Dies lässt sich durch verschiedene Kernmaßnahmen erreichen und kultivieren. Die Leitlinien für Sicherheit und Gesundheitsschutz sind ein grundlegender Bestandteil der Unternehmensstrategie für diesen Bereich und spiegeln gleichzeitig die Unternehmenskultur wider. U. a. sind folgende Möglichkeiten gegeben: 

  1. Die oberen Führungsebenen und die Geschäftsleitung sollten die Richtung und die Strategie für das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz in ihrem Unternehmen festlegen. Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz
    Die Geschäftsleitung und die oberen Führungsebenen sind unmittelbar verantwortlich dafür, a) die Leitlinien und Praktiken des Unternehmens im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz im gesamten Unternehmen bekanntzumachen und b) in Bezug auf Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes eine Vorbildfunktion wahrzunehmen.
  2. Die Geschäftsleitung und die oberen Führungsebenen müssen Strategien, Leitlinien und Praktiken für das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit erarbeiten. Diese sollten auf Fakten basieren, mit den Risiken und einem entsprechenden Risikomanagement zusammenhängen und durch die aktive Beteiligung und Einbeziehung der Mitarbeiter untermauert werden.
  3. In den Leitlinien des Unternehmens sollten die gemeinsamen Zuständigkeiten der Geschäftsleitung und der oberen Führungsebenen für eine positive Mitarbeiterführung bei Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit festgelegt werden.
  4. Die Unternehmensleitlinien für Sicherheit und Gesundheitsschutz sind als „dynamisches Dokument“ zu betrachten und zu handhaben, das im Laufe der Zeit weiterentwickelt und erweitert wird, wobei entscheidende Veränderungen des Unternehmens wie Übernahmen und Umstrukturierungen zu berücksichtigen sind. Vor der Verabschiedung der Leitlinien für Sicherheit und Gesundheitsschutz sollten Geschäftsleitung und obere Führungsebenen dafür sorgen, dass alle nennenswerten Risiken für das Unternehmen und die Mitarbeiter bekannt sind.

Führungskräfte sorgen für die Erarbeitung wirksamer Managementsysteme für den Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz

Die wichtigste Aufgabe der Führungskräfte ist es, eine Strategie und eine Richtung vorzugeben. Zu ihren Aufgaben gehört es jedoch auch, dafür zu sorgen, dass geeignete Vorkehrungen getroffen werden, um die erarbeitete Strategie und die Leitlinien in wirksame Maßnahmen und Praktiken umzusetzen.

Das wirksame Management von Systemen für den Bereich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes unterliegt drei wichtigen Grundsätzen:

  1. die erarbeiteten Strategien und Leitlinien müssen in erreichbare und messbare Ziele umgesetzt werden;
  2. die Fortschritte in Bezug auf diese Ziele müssen fortlaufend gemessen und überprüft werden;
  3. Führungskräfte müssen dafür sorgen, dass geeignete Strukturen, Mitarbeiter und Verfahren zur Verfügung stehen, damit das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz auf diese Weise erfolgen kann.

Überwachung der Leistung im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz und zugehörige Managementsysteme

Überwachen von Sicherheit und GesundheitsschutzEs ist von entscheidender Bedeutung, dass die Geschäftsleitung und die oberen Führungsebenen das Management und die Leistungen im Zusammenhang mit der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz anhand messbarer Ziele überwachen. Zu diesem Zweck muss das zugehörige Managementsystem so strukturiert und positioniert werden, dass die Geschäftsleitung und die oberen Führungsebenen regelmäßig über Sicherheit und Gesundheitsschutz informiert werden und auf Grundlage dieser Kenntnisse schnell und angemessen auf erkannte Probleme reagieren können.

Führungskräfte sollten sicherstellen, dass

  • die Bereitstellung von zwei Arten von Informationen in angemessener Form erfolgt: Hintergrundinformationen (z. B. Fortschritte von Schulungs- und Instandhaltungsprogrammen) und Daten über Vorfälle (z. B. unfall- und krankheitsbedingte Arbeitsausfälle);
  • regelmäßige Audits zur Wirksamkeit der Managementstrukturen und Risikokontrollen für Sicherheit und Gesundheitsschutz vorgenommen und die Ergebnisse entsprechend überprüft werden;
  • die Auswirkungen von Änderungen, wie die Einführung neuer Verfahren, Arbeitsprozesse oder Produkte, oder etwaiger wesentlicher Misserfolge im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz der Geschäftsleitung so schnell wie möglich gemeldet werden;
  • Verfahren zur Umsetzung neuer und geänderter Rechtsvorschriften sowie zur Berücksichtigung externer Entwicklungen und Ereignisse vorhanden sind.

Überprüfung

Um ein gutes Management und positive Leistungen im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu fördern, sind formelle Überprüfungen von entscheidender Bedeutung. Die wirksame Überwachung von krankheitsbedingten Fehlzeiten und Gesundheitsschutz bei der Arbeit kann die Geschäftsleitung und die oberen Führungsebenen auf zugrundeliegende Probleme aufmerksam machen, die erhebliche Nachteile für die Leistung mit sich bringen oder zu Unfällen bzw. Langzeiterkrankungen führen können.

Führungskräfte sollten die Leistung des Unternehmens im Bereich der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes mindestens einmal im Jahr eingehend überprüfen. Dabei sollten sie die Mitarbeiter in den Überprüfungsprozess einbeziehen und deren Rückmeldungen berücksichtigen. Die Ergebnisse der durchgeführten Überprüfung sollten dann von den oberen Führungskräften im Unternehmen erörtert und den Mitarbeitern mitgeteilt werden.

Generell sollte(n) bei der jährlichen Überprüfung

  • untersucht werden, ob die Leitlinien für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz die derzeitigen und künftigen Pläne, Prioritäten und Zielsetzungen des Unternehmens widerspiegeln bzw. mit diesen in Einklang stehen;
  • festgestellt werden, ob die Berichterstattung für die Geschäftsleitung im Zusammenhang mit dem Managementsystem für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz angemessen, rechtzeitig und wirksam erfolgt ist;
  • Defizite im Zusammenhang mit der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz sowie die Auswirkungen von Entscheidungen der Geschäftsleitung und der oberen Führungsebenen auf die Leistungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz ermittelt und evaluiert werden;
  • Schwachstellen ermittelt und die erforderlichen Änderungen mit zeitlichen Vorgaben durchgeführt werden, um damit einhergehende Verbesserungen zu überwachen.

Praktische Hinweise für Führungskräfte zur Erarbeitung wirksamer Managementsysteme für den Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz

Die praktischen Hinweise in diesem Abschnitt beruhen auf Informationen aus dem HSE-LeitfadenLeading Health and Safety at Work“ (Institute of Directors und Health and Safety Executive, 2007).

  • Führungskräfte sollten bei der Einführung neuer Prozesse, neuer Arbeitsweisen oder der Einstellung neuer Mitarbeiter die Auswirkungen auf die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bedenken.
  • Führungskräfte sollten dafür sorgen, dass regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen vorgenommen und auf Grundlage der jeweiligen Ergebnisse angemessene Präventiv- und Managementmaßnahmen ergriffen werden.
  • Führungskräfte sollten sicherstellen, dass für Managementtätigkeiten im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz ausreichende Ressourcen zur Verfügung stehen und das Engagement für derartige Initiativen von Arbeitgebern/der Führungsebene sichtbar und anhaltend unterstützt wird.
  • Führungskräfte sollten, neben der gesetzlichen Verpflichtung des Unternehmens zur Einbeziehung von Mitarbeitervertretern, Mitarbeiter verstärkt an Sicherheits- und Gesundheitsschutzangelegenheiten beteiligen und zur Mitwirkung ermutigen.
  • Erkennbare Mitarbeiterführung besitzt eine höhere Wirksamkeit. Die Geschäftsleitung und die oberen Führungsebenen können das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz stärken, indem sie regelmäßig im Fertigungsbereich wie auch im gesamten Unternehmen Präsenz zeigen.
  • Führungskräfte im Unternehmen können ihr Engagement für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit demonstrieren, indem sie dafür sorgen, dass Angelegenheiten im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz stets auf der Tagesordnung von Sitzungen der Geschäftsleitung bzw. der oberen Führungsebenen stehen.
  • Alle Führungskräfte im Unternehmen sollten bezüglich Sicherheit und Gesundheitsschutz geschult werden. Dies kann dazu beitragen, ein Bewusstsein und Verständnis für die Bedeutung von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu schaffen und zu fördern.  Wenn Führungskräfte mehr über das Thema wissen und sich dessen stärker bewusst sind, können sie sich besser dafür einsetzen – als Förderer im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.
  • Bei der Berufung von Mitarbeitern in die obere Führungsebene sollten die zuständigen Führungskräfte auch den Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz berücksichtigen. Die Beurteilung von Mitgliedern der oberen Führungsebene sollte auch eine Beurteilung ihres Beitrags zum Management und den Leistungen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz beinhalten.
  • Führungskräfte sollten sicherstellen, dass die Leistungen des Unternehmens im Zusammenhang mit Sicherheit und Gesundheitsschutz im Jahresbericht für die Interessengruppen und Investoren Erwähnung finden. Sie sollten außerdem dafür sorgen, dass die Geschäftsleitung, darunter auch die nicht geschäftsführenden Mitglieder, regelmäßig im Fertigungsbereich und in anderen Teilen des Unternehmens Präsenz zeigen, um Informationen für die formelle Überprüfung zusammenzutragen.