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Jedes Jahr kommen etwa 5 500 Menschen in der EU durch Arbeitsunfälle ums Leben. Von diesen Arbeitsunfällen steht etwa ein Drittel mit Transport und Verkehr in Verbindung. Folgende Unfälle gehören zu den häufigsten:
Die Inzidenz von Unfällen liegt in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) mit weniger als 50 Beschäftigten höher als in anderen Unternehmen. Unfälle können durch ein wirksames Risikomanagement und wirksame Präventionsmaßnahmen verhindert werden.
Transport- und Verkehrsunfälle oder mit Transport und Verkehr in Verbindung stehende Unfälle sind die häufigsten Ursachen für tödliche Arbeitsunfälle im Landwirtschaftssektor. Häufig beinhalten diese Unfälle, dass Personen von Fahrzeugen angefahren oder überrollt oder von umkippenden Fahrzeugen eingeklemmt oder erdrückt werden. Viele dieser Unfälle sind auf eine unzureichende Unterweisung des Fahrzeugführers oder auf eine schlechte Sicht zurückzuführen.
Der erste Schritt bei der Prävention von innerbetrieblichen Verkehrs- und Transportunfällen ist die Durchführung einer Risikobewertung, mit der sich ermitteln lässt, welche Personen wann und wo gefährdet sind. Diese Risikobewertung sollte als Entscheidungsgrundlage dienen, welche Maßnahmen zu ergreifen sind, um das jeweilige Risiko zu beseitigen oder zu mindern. Für eine wirksame Risikobewertung müssen die Beschäftigten einbezogen werden. Ihre Kenntnisse helfen sicherzustellen, dass Gefahren richtig erkannt und geeignete Lösungen umgesetzt werden.
Präventionsmaßnahmen lassen sich in folgende Kategorien unterteilen:
Der Arbeitsplatz sollte optimal gestaltet werden. Zudem sollte sichergestellt werden, dass die Wege für Fahrzeuge und Fußgänger angemessen angelegt sind. Es sollte stets darauf geachtet werden, dass die Wege für Fußgänger und Fahrzeuge möglichst voneinander getrennt sind. Ist dies nicht möglich, müssen geeignete Warnvorrichtungen angebracht werden. Es sollte sichergestellt werden, dass auf Fahrzeugstrecken geeignete Fußgängerübergänge vorhanden sind. Des Weiteren sollte ein System aus Einbahnstraßen in Betracht gezogen werden, damit das Risiko von Zusammenstößen gemindert wird. Es sollte zudem überprüft werden, ob die Fahrzeugstrecken für die Arten und die Anzahl von Fahrzeugen, die diese Strecken nutzen, geeignet sind. Diese Strecken müssen breit genug sein und die Boden- und Straßenbeläge müssen in einem guten Zustand sein. Hindernisse sollten beseitigt werden. Ist dies nicht möglich, sind die Hindernisse deutlich zu kennzeichnen. Scharfe Kurven sollten in der Verkehrsführung vermieden werden. Wenn sich Kurven nicht vermeiden lassen, sind geeignete Spiegel anzubringen, um eine ausreichende Sicht zu ermöglichen.
Es sollte sichergestellt werden, dass geeignete Sicherheitsvorkehrungen zur Verfügung stehen. Wegweiser, Geschwindigkeitsbeschränkungen und Vorfahrtsschilder können erforderlich sein. Zudem sollte geprüft werden, ob physische Geschwindigkeitsbeschränkungen wie Rüttelschwellen benötigt werden. Ladebuchten müssen klar gekennzeichnet sein und, wenn möglich, mit einer Schranke versehen werden.
Darüber hinaus sollte überprüft werden, dass die Licht- und Sichtverhältnisse in Arbeitsbereichen (in Innen- und Außenbereichen) sichere Übergänge ermöglichen. Auf mögliche Gefahren, z. B. Straßenkreuzungen, Fußgänger und Anweisungen, muss deutlich sichtbar hingewiesen werden. Gut sichtbare Kleidung könnte für Fahrer und/oder Fußgänger erforderlich sein, wenn die Wege von Fußgängern und Fahrzeugen nicht ausreichend voneinander getrennt sind.
Eine angemessene Wartung von Fahrzeugen sollte sichergestellt werden. Programme zur vorbeugenden Wartung sind erforderlich. Fahrer sollten vor dem Fahrtantritt allgemeine Sicherheitsprüfungen durchführen, z. B. eine Kontrolle der Bremsen und Lichter.
Es muss stets sichergestellt sein, dass ein sicheres und geeignetes Fahrzeug eingesetzt wird. Es sollten nur Fahrzeuge erworben werden, die über eine geeignete Sicherheitsausrüstung verfügen und die erforderlichen Normen erfüllen. Der Einstieg in das Fahrzeug und der Ausstieg müssen sicher sein. Fahrer benötigen möglicherweise Schutzvorkehrungen im Hinblick auf das Umkippen des Fahrzeugs oder das Getroffenwerden von herunterfallenden Gegenständen. (Schutz vor herunterfallenden Gegenständen und Umsturzvorrichtungen). Akustische Warnsignale, z. B. für Wendemanöver von Lastwagen, sowie Blinklichter an Fahrzeugen zur Erhöhung ihrer Sichtbarkeit sollten in Betracht gezogen werden.
Es sollte überprüft werden, ob bei Auswahlverfahren und Schulungen darauf geachtet wird, dass die Fahrer in der Lage sind, ihre Tätigkeit sicher auszuführen. Fahrer müssen in der Lage sein, ihre Fahrzeuge korrekt zu führen und tägliche Wartungsaufgaben vorzunehmen. Sie sollten eine Untersuchung durchlaufen haben, in deren Rahmen die Beweglichkeit sowie Hör- und Sehvermögen untersucht wurden. Es sollte ausschließlich Personen gestattet sein, Fahrzeuge zu führen, die zu diesem Zweck ausgewählt und geschult wurden und die entsprechende Erlaubnis erhalten haben.
Fahrertraining ist eine wichtige und gesetzlich vorgeschriebene Voraussetzung. Ein Fahrer, der kein Fahrertraining absolviert hat, kann sich selbst und andere in Gefahr bringen. Beschäftigte sind verpflichtet, sich aktiv an der Durchführung der vom Arbeitgeber vorgesehenen Präventivmaßnahmen zu beteiligen und sich an die Anweisungen zu halten, die sie im Rahmen des Fahrertrainings erhalten.
Ein Beschäftigter wies einen Gelegenheitsarbeiter bei der Kohlernte ins Traktorfahren ein. Der Gelegenheitsarbeiter verfügte über sehr wenig Erfahrung im Fahren von Traktoren und hatte Schwierigkeiten beim Bedienen der Gangschaltung. Der Ausbilder, der seitlich am Traktor stand, wurde ungeduldig, griff ins Führerhaus und betätigte den Schalthebel. Der Traktor bewegte sich ruckartig nach vorne und der Ausbilder geriet unter die Zwillingsräder.
Eine angemessene Unterweisung ist unerlässlich. Sie darf nie zu kurz sein oder erst in letzter Sekunde erfolgen.
Wendemanöver sollten möglichst vermieden werden. Falls dies nicht möglich ist, sind hierbei sichere Arbeitsverfahren anzuwenden. Beim Be- und Entladen von Fahrzeugen müssen sichere Verfahren angewendet werden.
Der Fahrer eines Traktors mit einem Anhänger, der mit Getreide beladen war, brach sich seine Rippen, als er unter ein Rad des Traktors geriet. Er hatte seitlich am Traktor gestanden, als er den Motor startete, um den Anhänger kippen zu können. Daraufhin betätigte er die Kippsteuerung. Die Handbremse war nicht vollständig angezogen und als das Getreide begann, vom Anhänger zu rutschen, bewegte sich der Traktor nach vorne, und der Fahrer geriet unter ein Rad. Der Motor eines Traktors sollte immer nur vom Fahrersitz aus gestartet werden.
Die Steuervorrichtungen sollten ebenfalls immer vom dafür vorgesehenen Ort aus bedient werden.
Dies ist immer zu befolgen,
Besondere Vorsichtsmaßnahmen sind dann nötig, wenn das Abstellen nicht möglich ist, z. B. wenn Gülletankwagen oder externe Steuervorrichtungen bedient werden.
Ein Traktorfahrer bearbeitete mit einem Feldhäcksler, der an den Traktor angehängt war, Silage, als es zu einer Blockierung kam. Er stieg aus dem Führerhaus aus, um die Blockierung zu beheben. Er stellte nicht den Motor oder die Zapfwelle ab. Als er die Schutzhaube entfernte, wurde sein Arm von einem Rotor getroffen, wodurch der Arm abgerissen wurde. Der Fahrer verblutete.
Vor dem Beheben einer Blockierung muss das Fahrzeug immer sicher angehalten werden (Safe Stop).
In der Landwirtschaft ist das Umkippen von Traktoren eine häufige Verletzungsursache. Ein Traktor kann sowohl seitlich als auch rückwärts umkippen.
Zu den wichtigsten Maßnahmen, die das Umkippen von Fahrzeugen verhindern, gehören:
Ein gut gewarteter Traktor mit Allradantrieb fuhr bei kaltem Wetter eine abschüssige Weide mit einem Gefälle von 25 % hinunter. Der Fahrer hatte die Bodenbedingungen nicht korrekt eingeschätzt und befuhr ein vereistes Stück des Abhangs. Der Traktor verlor die Haftung und rutschte bei zunehmender Geschwindigkeit 50 Meter weit. Er schlug auf und überschlug sich, wodurch der Fahrer durch eine der Türen geschleudert wurde und sich ein Bein brach. Er wurde erst nach neun Stunden aufgefunden.
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Ursache
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Auslöser für das Überschlagen
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| 1. Gefahren im Zusammenhang mit dem Traktor |
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| 2. Unebenes Gelände |
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| 3. Nicht ausreichende Unterweisung und Vorbereitung des Fahrers |
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| 4. Technisches Versagen |
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| 5. Nicht sicheres Verhalten oder nicht korrektes Manövrieren des Fahrzeugführers |
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Wenn Personen auf Anhängern von landwirtschaftlichen Fahrzeugen befördert werden, besteht Unfall- oder Lebensgefahr. Bei der Beförderung von Personen ist Folgendes zu beachten:
Anhänger dürfen nicht verwendet werden, wenn das Risiko besteht, dass sie umkippen.
