Förderung der Koordinierung der Forschung im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in der EU
Die Europäische Beobachtungsstelle für Risiken strebt eine bessere EU-weite Koordinierung der Forschungsarbeit im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit an. Zahlreiche Organisationen führen Forschungen in diesem Bereich in allen Mitgliedstaaten durch, oder finanzieren diese, jedoch sind die Forschungen – wie in anderen Bereichen – oft zu unstrukturiert, was zur Folge hat, dass die knappen Ressourcen nicht optimal genutzt werden.
Die Beobachtungsstelle begann ihre Arbeit zur Forschungskoordinierung, als in der Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2002-2006 festgelegt wurde, dass die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz „treibende Kraft bei diesen Sensibilisierungs- und Antizipierungsaktionen sein“ sollte, und die Bedeutung der Koordinierung und der praktischen Relevanz der Forschung im Bereich Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, insbesondere im Hinblick auf neu aufkommende Risiken, betont wurde: „Die Antizipation neu auftretender Risiken, unabhängig davon, ob sie mit technischen Innovationen in Verbindung stehen oder durch soziale Entwicklungen verursacht werden, ist unumgänglich, wenn sie beherrscht werden sollen (...). Sie erfordert auch einen kohärenten Forschungsansatz: die Forschungsinstitute sollten ihre jeweiligen Programme koordinieren, sie auf die Lösung praktischer Probleme am Arbeitsplatz ausrichten und den Transfer der Forschungsergebnisse in die Unternehmen, insbesondere in die KMU vorbereiten.“
In einem ersten Schritt erstellte die Agentur auf Ersuchen der Kommission einen Bericht über Forschungsprioritäten der EU im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit. Der Bericht wurde im Haus erstellt und zur Konsultation an das Netzwerk der Focalpoints der Agentur, an die EU-Expertennetzwerke und an internationale Organisationen im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit weitergeleitet. Im Dezember 2005 organisierte die Beobachtungsstelle ein Seminar zur Konsolidierung der Schlussfolgerungen des Berichts, in dem die wichtigsten Forschungsinstitute der EU im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit zusammengebracht werden sollten. Dieses Seminar war das erste einer von der Beobachtungsstelle in verschiedenen Mitgliedstaaten organisierten Seminarreihe, die dazu dienen soll, Wege zu finden, um die Zusammenarbeit auf der Ebene von Forschungsprogrammen zu verbessern.
Der Bericht diente ebenfalls als Input für die zweite Gemeinschaftsstrategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz 2007-2012 und hatte einen maßgeblichen Einfluss auf die Festlegung der vorrangigen Bereiche, wie den Abschnitten über neu aufkommende Risiken entnommen werden kann. Er führte dazu, dass die Agentur in dieser Strategie speziell aufgefordert wurde, „sich bei den nationalen Forschungsinstituten für die Erstellung gemeinsamer Arbeitsschutz-Prioritäten, den Austausch von Ergebnissen und die Berücksichtigung der Bedürfnisse des Arbeitsschutzes in Forschungsprogrammen einzusetzen“.
2005 kam der Beobachtungsstelle eine wichtige Rolle bei der Erarbeitung eines Vorschlags zur Bildung eines Konsortiums von wichtigen Forschungseinrichtungen zu, das die Forschungskooperation im Bereich neu aufkommender Risiken fördern sollte. Das vom Finnischen Institut für Arbeitsgesundheit geleitete Konsortium NEW OSH ERA erhielt Mittel aus dem 6. Forschungsrahmenprogramm; in den vier Jahren des Projekts (2006-2010) hatte die Agentur eine wichtige Rolle bei der Erzielung der ehrgeizigen Ziele dieses Projekts inne.
In den nächsten Jahren wird die Agentur die Förderung der Forschungskoordinierung im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit fortsetzen, zum einen durch die Anstrebung eines Konsens bei den gemeinsamen vorrangigen Themen der Hauptakteure – einschließlich einer Überprüfung des Berichts 2005 über Forschungsprioritäten der EU im Bereich Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit – und zum anderen durch eine enge Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten und wichtigen internationalen Netzwerken und Organisationen wie PEROSH, ILO, WHO oder NIOSH.

Eine Zusammenfassung von vier Sekundäranalyse-Berichten - Verständnis des Managements von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit, psychosozialer Risiken und der Arbeitnehmerbeteiligung
